DIE ZEIT

Zeitungs-Krach

Erst gab es monatelang gar keine Londoner Times. Dann, ein Jahr nach der Rettung des britischen Traditionsblattes durch den australischen Zeitungsmillionär Rupert Murdoch, gab es wochenlang Schließungsgerüchte – wegen des hohen Defizits (70 Millionen Mark dieses Jahr) und der Widerspenstigkeit der Gewerkschaften.

Waffen für alle?

Als vor Jahresfrist das Begehren der Saudis nach deutschen Leopard-Panzern laut wurde, setzten die Bonner Koalitionsparteien je eine Arbeitsgruppe „Rüstungsexport“ ein – in der erklärten Absicht, dem Anwachsen der Waffenexporte aus der Bundesrepublik Zügel anzulegen und ein parlamentarisches Mitspracherecht bei der Erteilung von Ausfuhrlizenzen zu erreichen.

Selbstdressur

Helmut Schmidts Ankündigung, er wolle auch 1984 wieder als Kanzler zur Verfügung stehen, Herbert Wehners Verzicht auf den Platz im sozialdemokratischen Parteivorstand: Beides ist keine Sensation.

Flinke Attacke

in Jahr nach der Großdemonstration in Brokdorf hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe nun Anklage wegen „Veranstaltung und Leitung einer verbotenen Demonstration“ erhoben.

Leben, Überleben und Übertod

Amerika und Rußland sind wie zwei kleine Jungen, die bis zu den Knien im Benzin stehen. Einer hat fünf Feuerzeuge, der andere zehn.

Worte der Woche

„Ich habe gemerkt, daß einige erschrecken, wenn ich von der Möglichkeit spreche, mich 1984 noch einmal in den Wahlkampf zu stürzen.

Zeitspiegel

Nach 50 Jahren soll in Israel ein Mordfall neu aufgerollt werden. Im Kabinett setzte Ministerpräsident Menachem Begin durch, daß eine Staatskommission die Hintergründe der Ermordung des Zionistenführers Chaim Arlosoroff aufdeckt, der 1933 während eines Spaziergangs am Strand von Tel Aviv erschossen worden war.

Mit dem Rollstuhl auf die Straße?

Den alten Mann packte die Wut. „Wir haben unser ganzes Leben lang geschuftet, wir haben für das Wirtschaftswunder gesorgt. Und jetzt wollen die Politiker uns auch noch die letzten paar Mark nehmen.

Den Sieg schon in der Tasche

Wenn nur der schöne Schein entscheidend wäre, müßte Ernst Albrecht, Ministerpräsident von Niedersachsen, der Courths-Mahler-Traum von einem Politiker sein.

Wolfgang Ebert: Erste Sanktion

Über ihn hatten wir uns dauernd geärgert. Der war nicht nur ein arroganter Angeber und Lügenbold. Er hatte auch eine unverschämte Art, uns alles einfach wegzunehmen, was er gerade brauchte.

Wie zum letzten Gefecht

Das eine erscheint im nachhinein doch nicht nur wie ein Versprecher. Zum Auftakt des niedersächsischen Landtagswahlkampfes war zum Jahresbeginn auch der Bundeskanzler zu seinen Getreuen nach Hannover gekommen, um ihnen – was sie bitter nötig hatten – ein bißchen Mut zu machen gegen den sicheren Sieger Ernst Albrecht.

Washington und der Krisenherd Mittelamerika: Außenpolitik mit Agenten

Ein hoher Beamter im State Department“, Quellen-Kürzel der amerikanischen Presse für Alexander Haig, erklärte zum vorigen Wochenende, daß der mittelamerikanische Krisenherd „globaler Natur“ sei – mithin müßten die Sowjetunion, Kuba und größere lateinamerikanische Nationen in allfällige Lösungsversuche einbezogen werden.

Nicaragua: Angst vor dem großen Bruder

Mit Schadenfreude, ja mit einem Anklang von Triumph in der Stimme, liest Sergio Ramirez, Mitglied der dreiköpfigen Regierungsjunta Nicaraguas, eine Agenturmeldung vor, die ihm während des Gesprächs hereingereicht worden ist.

Der Pate und die Freunde des Präsidenten

Affären, so glauben die Franzosen, gehören zu ihrer Fünften Republik wie die Seine zu Paris. General de Gaulle war in Affären verwickelt, Georges Pompidou hatte damit fertig zu werden, Valéry Giscard d’Estaing stolperte darüber.

"Es lohnt sich, mit Ghaddafi zu reden"

Kreisky: Ich kenne Ghaddafi seit sieben Jahren. Ghaddafi ist ein Revolutionär aus der Dritten Welt, der mit unseren Maßstäben nicht gemessen werden kann – weder was seine Ideen betrifft noch was seine Taten betrifft.

Abkehr von der Partei

Nicht für das sozialistische Volk bestimmt waren viele Details aus einer Rede, die SED-Generalsekretär Erich Honecker kürzlich vor den Kreissekretären seiner Partei hielt.

Jeans für Pjotr

Daß ein Geschäft in der West-Berliner Kurfürstenstraße, nahe dem Bahnhof Zoo, vor allem von Kundschaft aus der Sowjetunion lebt, ist eine Kuriosität in der an Merkwürdigkeiten reichen Stadt.

Legal, illegal, peepegal

Die Vergangenheit zeigt: Prostitution und Sex-Shows lassen sich schwer verdrängen

Energiesparen: Sind Krematorien Kraftwerke?

Krematorien nehmen immer mehr den Charakter von Industrieanlagen an. Weil zuviel Schmutz dem Schornstein entweicht, zwingen strenge Auflagen zu Umrüstungen bundesdeutscher Krematorien.

Die Brauer schäumen

Ob ihm die Brauer seinerzeit dankbar waren, ist mehr als fraglich. Aber der Dank der Brauer unserer Tage ist ihm gewiß, dem Wilhelm IV.

Phantasie ist Mangelware

Mindestens zweihunderttausend Menschen – oder jeder zehnte Arbeitslose – könnten heute in der Bundesrepublik eine Beschäftigung finden, wenn es eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit bei Firmen und Behörden gäbe.

Benzinpreise: Marktkräfte

Einen glücklichen Zeitpunkt für Preiserhöhungen gebe es nicht, räumte vor einer Wo- – die noch Armin Schram, Chef der Deutschen Texaco, in einem ZEIT-Interview ein.

Deutscher Gewerkschaftsbund: Alois Pfeiffer hat keine Wahl

Mitte Mai wird Heinz Oskar Vetter, seit 1969 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sein Amt niederlegen. Doch sein designierter Nachfolger Alois Pfeiffer ist wegen seines finanziellen Engagements in Berlin ins Gerede gekommen.

Bonner Kulisse

Heinz Oskar Vetter, Vorsitzender des DGB, sieht den Chefmanager aller Gewerkschafsunternehmer, Walter Hesselbach, in allzu rosigen Farben.

Großbritannien: Lokomotive

Es mögen vielleicht gut und gern acht Milliarden Pfund gewesen sein, lautet die freudige, aber etwas unsichere Meldung aus London für den Überschuß in der Leistungsbilanz 1981.

Türken: Bare Münze

Die Türken können sich eigentlich nur noch wundern. In den sechziger Jahren kamen die Deutschen nach Anatolien, um Gastarbeiter anzuheuern.

Australien: Kohlen mit der Kohle machen

Karlheinz Bund, Chef der Ruhrkohle AG, nutzte die Gunst der Stunde. Beim Dinner der Australian German Association in Sydney waren alle versammelt, die Rang und Namen im Bergbau des Landes haben.

Bundeshaushalt: Prinzip Hoffnung

Bonn, Mitte März: Das Jahr ist erst zehn Wochen alt, und doch möchten die einen schon bilanzieren, während andere es kaum mehr abwarten können, bereits mit festen Zahlen fürs nächste Jahr zu planen.

Lohnpolitik: Die Angst vor dem Sackbahnhof

Robert Braun, genannt Charly, Betriebsrat in einem westfälischen Werk der chemischen Industrie, erntete brüllendes Gelächter, als er am Montag kurz nach drei Uhr auf das Rednerpult stieg: „Also, Kolleginnen und Kollegen, ich verstehe die Welt nicht mehr.

Pleitewelle: Firmen im Sonderangebot

Der eine meldete sich im Auftrag bulgarischer Interessenten, ein anderer führte sich als Abgesandter griechischer Investoren ein; der Dritte sprach gar im Namen chinesischer Stellen vor.

Kunstpostkarten: Rembrandt für den Briefkasten

Seit einigen Jahren verzeichnen Museen und Galerien in der Bundesrepublik ständig steigende Besucherzahlen. 1981 konnten die Kunsttempel sogar einen Rekord melden: Sie hatten erstmals mehr Menschen angelockt als König Fußball.

Magirus-Deutz: Den Anschluß verpaßt

Pessimisten sehen schon einen zweiten Fall Videocolor. Ähnlich wie der französische Elektronik-Konzern Thomson-Brandt das Farbbildröhrenwerk in Ulm in verhältnismäßig kurzer Zeit nach seinem Einstieg stillegte, werde jetzt der italienische Automobilkonzern Fiat zwei Jahre nach der endgültigen Übernahme der Magirus-Deutz AG das Magirus-Werk in Mainz schließen.

Die schönsten Wochen werden mehr

Die laufende Tarif runde wird den Arbeitnehmern zum zweitenmal hintereinander ein real geschmälertes Einkommen bescheren. Ein Trost mag da manchem die Erinnerung daran sein, daß in den vergangenen Jahren die Position der Arbeitnehmer in einigen Punkten verbessert wurde, die sich, anders als das Einkommen, nicht schmälern lassen.

Wehret den Anfängen

Schoser: In erster Linie ist es eine politische Maßnahme, die im Zusammenhang mit den Ereignissen in Polen steht. Der Zweck ist, auf die Sowjetunion Druck auszuüben.

Manager und Märkte

Auf elegante Weise hat die Neckura Versicherungsgruppe in ihrer Kraftfahrzeugversicherung das Problem der besonders unfallträchtigen Ausländer gelöst.

Devisen-Seller

Binnen Jahresfrist hat sich keine Währung gegenüber der Mark so verbessert wie der Dollar. Der französische Franc dagegen ist im Keller.

Zeitraffer

Die deutsche Wirtschaft lebt immer mehr vom Ausland. Während im Maschinenbau, dem größten Industriezweig, die Aufträge aus dem Inland weiter zurückgehen, bestellen die Kunden jenseits der Grenzen unverdrossen.

Italien: Wachsen mit dem Stein der Weisen

Der Mensch hat den Stein der Weisen gefunden", sagte Aurelio Peccei, Präsident und Gründer des Club of Rome, kürzlich bei der Jahrestagung des Clubs in Salzburg.

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