Auf elegante Weise hat die Neckura Versicherungsgruppe in ihrer Kraftfahrzeugversicherung das Problem der besonders unfallträchtigen Ausländer gelöst. Da zur Zeit ein Sondertarif für Ausländer politisch nicht durchsetzbar ist, gründete Neckura Ende vergangenen Jahres die Pionier Autoversicherungs-AG. Sie ist für schwere (nicht nur ausländische) Risiken gedacht und verlangt Prämien, die um ein Viertel höher liegen als die normalen Beiträge zur Kfz-Haftpflicht.

Zweifel der Branche, ob dieser Aufschlag ausreicht, begegnet Patrick S. Roberts, Vorsitzender der Gruppe, mit dem Hinweis, daß ein Aufschlag von 50 Prozent nur dann gerechtfertigt wäre, wenn nur Türken versichert würden. Sie hätten bisher bei Pionier aber nur einen Anteil von 40 Prozent, 15 Prozent seien Griechen und Jugoslawen, 30 Prozent Deutsche, der Rest verteilt sich auf andere Nationalitäten.

Die Ausländer und die unfallträchtigen deutschen Kraftfahrer beißen bei Neckura in den sauren Apfel der höheren Prämien, weil die meisten anderen deutschen Kfz-Haftpflichtversicherer eine gewisse Abwehrstrategie gegen zu hohe Risiken entwickelt haben. Der Gesetzgeber erlaubt nämlich eine lange Prüfungszeit, ehe die sogenannte Deckungskarte ausgestellt wird, die Versicherer können außerdem auf sofortige Prämienzahlung für ein volles Jahr im voraus bestehen.

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Der Neuerungen ist kein Ende, doch ob sie auch den Fortschritt bringen, ist eher zweifelhaft. Die dringende Notwendigkeit, ihre Computer-Aktivitäten neu zu ordnen, hat die Siemens AG jetzt das Konzept der „Mittleren Datentechnik“ entdecken lassen – ein wenig spät. Die internationalen Wettbewerber sind längst darauf gekommen, daß der Begriff eher mißverständlich ist. Weltweit spricht man daher nur noch von „Büro-Computern“ oder „Dezentraler Datenverarbeitung“, wenn man von Rechnern unterhalb der Großanlagen redet. Doch Siemens stört der abgestandene Begriff scheint’s nicht.

Was sich hinter dem neuen Konzept mit altem Namen verbirgt, ist dies: Die Klein-Computer („Basis-Datensysteme“), die bis Herbst letzten Jahres zum Geschäftsbereich Basis-Informationssysteme innerhalb des Unternehmensbereichs Datentechnik gehörten, werden dem Unternehmensbereich Energietechnik (Sitz Erlangen) zugeschlagen. Sie werden dort mit den seit jeher hier angesiedelten „Prozeßrechnern“ (zur Automatisierung der Produktion) zu dem neuen Geschäftsgebiet „Mittlere Datentechnik“ zusammengefaßt.

Wer billige Energie hat, kann billiger produzieren. Mit dem Argument preisen deutsche Unternehmer gern die forsche Förderung der Kernenergie, zum Beispiel bei unseren französischen Nachbarn. Gehe es in der Bundesrepublik mit dem Atomstrom nicht ebenso flott voran, werde die heimische Industrie immer weniger konkurrenzfähig.