Helmut Schmidts Ankündigung, er wolle auch 1984 wieder als Kanzler zur Verfügung stehen, Herbert Wehners Verzicht auf den Platz im sozialdemokratischen Parteivorstand: Beides ist keine Sensation. Oft genug hat der Kanzler gesagt, daß er bei widrigem Wetter nicht von Bord gehen werde. Und bei dem bald 76jährigen Fraktionsvorsitzenden verlangt das Alter mehr und mehr Tribut.

Gleichwohl offenbart sich auch darin die schleichende Bonner Krise. Der Hinweis des Kanzlers zielt auf die FDP, die immer wieder erklärt hat, daß sie sich zuvörderst mit Schmidt und erst dann mit der SPD im Bündnis sehe. Das Abdriften soll ihr so schwer wie möglich gemacht werden. Dies war schon der Sinn der Vertrauensfrage im Bundestag. Wehner wiederum muß sich auf die immer schwierigere Führung der sozialdemokratischen Parlamentsmannschaft konzentrieren; eine Aufgabe, die durchzustehen ihm ohnehin nicht mehr alle zutrauen.

Werden Schmidts Ankündigung einer dritten Kandidatur und Wehners Selbstbeschränkung das Bonner Geraume über Perspektiven und Personen, Posten und Plätze dämpfen? Sicher ist das keineswegs. Solche Akte der Selbstdressur haben nur noch bedingt eine konsolidierende Wirkung auf Regierung und Koalition. C.-C. K.