Die deutsche Wirtschaft lebt immer mehr vom Ausland. Während im Maschinenbau, dem größten Industriezweig, die Aufträge aus dem Inland weiter zurückgehen, bestellen die Kunden jenseits der Grenzen unverdrossen. Vor allem die Ölländer importieren Maschinen made in Germany, im vergangenen Jahr schon zehn Prozent aller deutschen Maschinenexporte.

Nicht viel anders geht es der Elektroindustrie. Deren Inlandsaufträge gingen vergangenes Jahr um sieben Prozent zurück, die Exportorders nahmen dagegen um dreizehn Prozent zu.

Sogar die Textilindustrie, die jahrelang unter billigen Importen zu leiden hatte, kann jetzt eher Erfreuliches über ihren Außenhandel berichten. Zwar betrug der Einfuhrüberschuß für 1981 immer noch gut acht Milliarden Mark, doch das waren schon elf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Gleichwohl ging der Gesamtumsatz der Branche weiter leicht zurück, und die Zahl der Arbeitsplätze sank abermals beträchtlich, nämlich um 20 000.

Hoffnungslos ist derzeit die Konjunkturlage für Branchen, die nicht einmal auf Auslandsmärkten Trost finden können. Das ist vor allem der Einzelhandel, Seine Umsätze sind im Januar real um sieben Prozent niedriger gewesen als vor Jahresfrist.

Bei alldem ist nicht zu erwarten, daß die Konjunktur sich bald bessert. Auch das Beschäftigungsprogramm der Bundesregierung, so der Bundesverband deutscher Banken, werde wenig helfen. sinnvoller als eine zweifelhafte Investitonszulage sei die Sanierung der öffentlichen Haushalte und die Schaffung besserer Rahmenbedigungen für die Unternehmen. wge