Frankreichs Regierung bekommt es zur Zeit knüppeldick. Bei den Wahlen zu den Departement-Parlamenten erkämpften sich die Konservativen die Mehrheit im Lande, nicht einmal ein Jahr nach dem Linksrutsch von 1981. Gleichzeitig droht dem Franc wieder die Abwertung, was vom schwindenden Vertrauen des Auslandes zeugt. Und nach dem Aufbegehren der Gewerkschaften zogen jetzt auch die Bauern protestierend durch die Straßen von Paris.

Es wäre unsinnig, aus diesen Zeichen bereits den Untergang der Linken herauszulesen. Staatspräsident Mitterrand hat noch gut sechs Jahre vor sich, die Nationalversammlung mehr als vier Jahre; er denkt auch nicht an eine politische Kehrtwendung, Mitterrand vertraut der Stabilität der Institutionen und hofft auf die Überzeugungskraft seiner Argumente.

Doch er wird künftig einen harten Wind von rechts einkalkulieren müssen. Die konservative Opposition hat ihre Einheit wiedergefunden, sie weiß, daß ihr Anhang im Land kampfbereit ist. Die Linke hat die Quittung für ihre Überheblichkeit erhalten. Spendable Politik allein schafft noch kein Vertrauen. In Frankreich sind die Tage unbeschwerten Regierens zu Ende. smi