Alles Gute in Sachen Psychologie oder Psychiatrie kommt, wie man weiß, aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Jetzt haben amerikanische Forscher die Psychopathologie dankenswerterweise um die Entdeckung eines neuen Krankheitsbildes bereichert: das „Brandstifterverhalten“ (firesetting behavior).

Immer wieder werden Kinder und Jugendliche als Brandstifter entlarvt – nicht als Brandstifter aus jugendlicher Neugier und wegen des Spielens mit dem Feuer, sondern weil sie absichtlich etwas in Brand gesetzt haben.

Dr. Eugene Bumpass, Professor für Psychiatrie an der Universität Dallas, und sein Team haben nun herausgefunden, was dieser Störung, die sie eben „Brandstifterverhalten“ nennen, zugrunde liegt. Und sie haben auch eine psychotherapeutische Technik entwickelt, um die „Patienten“ zu heilen.

Der texanische Psychiater ist der festen Überzeugung, daß kindliche und jugendliche Brandstifter ausschließlich deshalb zu solchen werden, weil sie damit „schlechte Stimmung“ bekämpfen wollen. Da gibt es ein Auslöse-Moment: Mutter kümmert sich nicht genug; das Kind fühlt sich traurig und allein, es wird wütend, bekommt Zerstörungsphantasien – und schon wird gezündelt. Danach fühlen sich manche Kinder schuldig, manchnicht. Wer hätte das gedacht.

Jedenfalls aber sind die schlechten Stimmungen wie weggeblasen. „Dr. Bumpass und sein Tears haben entdeckt, daß es einen bestimmten Ursache Wirkungs-Zusammenhang zwischen Gefühlen und Verhalten in diesen Fällen gibt“, faßt die Universi – tät Dallas in ihren News zusammen.

Doch damit nicht genug: Das Team aus Dallas hat auch gleich eine umfassende Charakteristik ihrer jungen „Patienten“ und deren Familien entwickelt: So sollen die jungen Brandstifter etwa „ein weniger reiches Phantasieleben als ihre Al tersgenossen“ haben (für die Zerstörungsphantasien scheint das nun allerdings wieder nicht zu gelten). Eine „große Zahl“ von ihnen weist Lern- und Leseschwierigkeiten sowie Anfallsleiden auf. Ein „großer Prozentsatz“ schließlich zeigt weiteres „auslebendes Verhalten“ wie Ausreißen, Stehlen und Schuleschwänzen.

Bei den Eltern sieht es oft so aus: Mutter ist depressiv und unfähig, mit ihren Aufgaben fertig zu werden; Vater ist Alkoholiker. Oder: Mutter ist manisch und Vater autoritär.