Sabine ist es leid, immer dieselbe zu sein. Sie zieht sich die Kleider ihrer Mutter an, ist ab sofort Fräulein Schmittchen und wünscht, gefälligst auch als solche behandelt zu werden. Die Eltern machen so lange mit, bis Sabine die Verwandlungen satt hat. Ja, also ehrlich gesagt, jetzt war ich vielleicht lieber die Sabine, wenn ihr wollt.“ Die Eltern wollen. Die Metamorphosen sind überstanden wie Masern. Humorige Geschichten über kleine Persönlichkeiten finden sich in

Gudrun Mebs: „Geh nur, vielleicht triffst du einen Bären“; Verlag Sauerländer, Aarau, Frankfurt, Salzburg; 80 S., 16,80 DM

Da ist zum Beispiel Andreas. Er ist wütend und will seiner Mutter mal so richtig Angst einjagen. Deshalb bleibt er stundenlang im Wald. Oder Frieder: Der ist nun wieder beleidigt, weil die kleine krötige Schwester immer und immer ihren Willen kriegt. Endlich will er auch mal Mittelpunkt sein, koste es, was es wolle! Basta. Drei Geschwister langweilen sich mit ihrem Papa zu Tode, der Sonntag für Sonntag nur hinter Zeitungen herumhockt. Alltagskonflikte, aus denen Große etwas lernen könnten.

Zwei wuschelige, rotzfreche, neugierige Waschbären sorgen für das vollkommene Glück zweier Kinder. Addi und ihr jüngerer Bruder Clay sollten eigentlich an einem Sommerlager teilnehmen. Auf dem Weg dorthin verlassen sie noch einmal den Bus, um sich den „Schlupfwinkel“ der verstorbenen Großmutter in einem Sommerhäuschen anzusehen. Und da bleiben sie. Einen ganzen Sommer lang. Mit Schwierigkeiten und Abenteuern überlisten sie sämtliche Erwachsenen und schaffen es tatsächlich, mit den Waschbär-Jungen, Prinz und Pandora, im Schlupfwinkel zu hausen –

Beverly H. Renner: „Der Sommer im Schlupfwinkel“; Verlag Sauerländer, Aarau, Frankfurt, Salzburg; 144 S., 16,80 DM.

Addi und Clay lernen sich verstehen. Das liegt auch an den Waschbärchen, weil beide Geschwister ernste Aufgaben als Pflegeeltern bekommen. Die Kinder erleben von morgens bis abends die unberührte Natur rings um die Stromschnellen im Staat Indiana. Abenteuer, Wärme, Liebe, Zufriedenheit – ein schöner Traum von Kindersehnsüchten. Gäbe es nur mehr solcher Clays und Addies! Marie Therese Schins-Machleidt

Einundzwanzig Alltagsgeschichten, die Phantasie entzünden, zum Spielen animieren, zum listigen Zurechtfinden in einer Welt der großen Leute ermutigen und Spaß machen. Diese kleinen Texte findet man in einem ulkig illustrierten Lese- und Vorlesebuch