Gottlob: Der Bildungsgesamtplan ist gescheitert. Jetzt jammern zwar die Kultusminister, daß sie eine „große Schlacht endgültig verloren“ hätten, weil die Finanzminister nicht bereit sind, die Bildungsausgaben von Bund und Ländern von gegenwärtig 80 Milliarden Mark bis 1985 auf mindestens 90 Milliarden Mark pro Jahr zu steigern. Schon macht das Verdikt vom „Ende der Gemeinsamkeiten im Bildungsbereich“ die Runde.

Aber Gemeinsamkeit? Sie bestand doch nur noch darin, die jährliche automatische Steigerung der Bildungsausgaben als unveräußerliches Recht zu betrachten. Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung setzte die „Eckdaten“, und die Kultusminister konnten ihre Ausgaben steigern – ganz gleich, ob für Sinnvolles oder Sinnloses.

Jetzt sind die Bildungspolitiker zum Nachdenken gezwungen. Ist es richtig, die Hörsäle der geisteswissenschaftlichen Fakultäten fünf Monate im Jahr leerstehen zu lassen? Muß die Bundesrepublik die bestverdienenden Gymnasiallehrer der Welt haben, während zugleich Unterricht ausfällt, weil kein Nachwuchs eingestellt wird?

Die von den Finanzministern verordnete Diät schadet den Kultusministern nicht. Vielleicht lernen sie wieder, sich vernünftig zu ernähren, schw.