Ein flacher Bildschirm aus Flüssigkristallen rückt jetzt in den Bereich der technischen Möglichkeiten. Einer Gruppe britischer Wissenschaftler um Ian Shanks vom militärischen Forschungslabor in Malvern gelang der Bau eines brauchbaren Oszilloskops ohne die bisher (auch für TV-Geräte) übliche Braunsche Kathodenstrahlröhre. Anders als etwa bei Taschenrechnern ist der Anschluß der Kristalleinheiten an Elektroden bei Bildschirmen durch die enorme Zahl der Bildpunkte sehr schwierig. Shanks überwand die Probleme, indem er die Elektroden auf einer Glasplatte vertikal und auf der anderen, die Flüssigkristalle einbettenden Scheibe horizontal anordnete: Nun kann die Spannung in jeder Elektrodenreihe so angelegt werden, daß auf dem Schirm ein bewegtes Bild erscheint. Eine Firma hat bereits begonnen, nach Shanks Idee tragbare Oszilloskope zu produzieren. Andere Unternehmen arbeiten an der Erweiterung auf die für Fernsehschirme mindestens notwendigen 100 000 Bildpunkte. Die heftige Konkurrenz könnte schon in zwei Jahren zu einem brauchbaren flachen Fernsehgerät führen. JR

Verlieren Frauen über 30 wirklich rasch ihre Fruchtbarkeit? Der Wirbel um eine französische Studie, die Mitte Februar im New England Journal of Medicine veröffentlicht worden war, wird sich so schnell nicht legen. Der Untersuchung zufolge sinkt die Fruchtbarkeit nach dem 30. Lebensjahr schneller als bisher angenommen. Die Damen, so empfahlen Leitartikler des Journals, sollten sich mit dem Kinderkriegen beeilen, bevor es zu spät sei. „Falscher Alarm“, sagt nun der Amerikaner John Bongaarts im Fachblatt Family Planning Perspectives. Die an der Studie Beteiligten 2193 Französinnen mußten alle ihre Fruchtbarkeit bei künstlicher Besamung beweisen. Geschieht die Zeugung auf bewährte Weise, so Bongaarts, dann schnellt die Empfängnisfähigkeit auf gewohnte Werte. GH