Versucht hat er es immer wieder, doch so richtig gelungen ist es dem freidemokratischen Innenminister Gerhart Rudolf Baum eigentlich nicht, in der wählerwirksamen Rolle des großen Umweltschützers zu überzeugen. Zu seinen eher modesten Erfolgen in diesem Fach gehört das Unterfangen, Kartonverpackungen für Milch und Säfte zu verbannen und den Verbrauchern die gute alte Pfandflasche aus Glas wieder nahezubringen.

In einem langwierigen und teuren Markttest hat sich trotz propagandistischer Unterstützung des Innenministeriums nur ein kleiner Teil der Verbraucher bereit gezeigt, die – vielleicht – umweltfreundlichere Pfandflasche zu nehmen. Die große Mehrheit blieb beim bequemen Ex-undhopp der Pappkartons.

Es ist das gute Recht des Ministers, das für unvernünftig zu halten. Guter liberaler Stil wäre es, der Unvernunft durch Argumente und Aufklärung zu wehren. Doch Baum will die vom Markt akzeptierten Kartonverpackungen mit einer Sondersteuer belegen, um ihre Attraktivität künstlich zu mindern. Sein Vertrauen auf die eigene Überzeugungskraft scheint nicht zu reichen. wge