Den Weg der Kohle aus ihrem Schattendasein während des Ölbooms heraus und hin zum Aufstieg als wichtigster fossiler Energieträger der Zukunft zeigen zwei neue Sachbücher mit verschiedenen Schwerpunkten auf.

Neun Autoren aus der Ökologiebewegung fassen in dem gut strukturierten Buch

Hermann Hatzfeldt, Josef Leinen, Hans Günter Schumacher, Dieter Teufel (Hrsg.): „Kohle. Konzept einer umweltfreundlichen Nutzung.“ Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, Reihe fischer alternativ, Nr. 4071, 1982, 182 Seiten, 8,80 DM,

Referate und Arbeitskreisbericht eines Kongresses zur Frage: „Können Umweltschützer für die Kohle sein?“ zusammen. Sie entwickeln eine Übergangsstrategie, in welcher der Kohle die Rolle einer Brücke zur „sanften“ Energiegewinnung zugestanden wird – jedoch nur mit einer Reihe von Auflagen, die in der Energiediskussion zur Sprache kommen sollten. Der Forderungskatalog beruht auf einer mit Zahlenmaterial und Graphiken ausführlich untermauerten Risikoabschätzung der Energiegewinnung aus Kohle im Vergleich mit anderen Energieträgern.

Ausgiebig wird diskutiert, für welche Sekundärenergie – etwa Strom oder Fernwärme – die Kohle mittelfristig verwendet werden soll und wie sie sich verlustarm und umweltschonend umwandeln läßt. Stichworte zu dieser „sanften“ Energietechnik sind Kraft-Wärme-Kopplung und Wirbelschichtfeuerung. Den Methoden der Kohleumwandlung – Vergasung und Verflüssigung – erteilen die Autoren allerdings eine Absage.

Außer diesen Schwerpunkten bietet das Buch eine Fülle weiterer Informationen und Argumente zur energiepolitischen Diskussion. Leider fehlt ein Stichwortverzeichnis zum schnelleren Zugriff.

Das zweite Kohlebuch