Genaue Zahlen mag das Verlagshaus Gruner + Jahr in Hamburg schon nicht mehr nennen. Doch an die tausendmal mußten die G + J-Vertriebsleute an sie gerichtete Postkarten weiterleiten, weil diese wohl an sie adressiert, aber keineswegs für sie gedacht waren: Bestellkarten für ein Abonnement der Monatszeitschrift konkret. Die aber erscheint keineswegs bei G + J, sondern im Neuen konkret Verlag.

Für den Spott der Branche müssen sie sich bei sich selbst bedanken: konkret-Herausgeber Hermann Gremliza und sein neuer agiler Chefredakteur Manfred Bissinger, einstmals hochrangiger Redakteur des G + J-Flaggschiffes stern. Von einem anderen G + J-Objekt stammt denn auch die Vorlage für die konkret-Abo-Bestellkarte: dem Naturmagazin Geo.

Was perfekt ist, das muß auch den konkret-Gewaltigen aufgegangen sein, kann nicht mehr besser gemacht werden. Und so kopierten sie die Geo-Bestellkarte aufs neueste – inklusive der Postfachnummer von Gruner + Jahr. Die Post jedenfalls ist aus dem Schneider.

Mit der Schere mußte sich, offenbar auf Anweisung des Großaktionärs Josef Schörghuber, der Vorstand der Münchner Paulaner-Salvator-Bräu AG über das Vorausexemplar des Geschäftsberichts hermachen. Es wurde die Seite herausgeschnitten, auf der sich die Ausstoßzahlen befanden.

Vorstandsvorsitzender Friedrich Schneider überraschte dann bei der Bilanzpressekonferenz mit der Kunde, daß „erstmals der Ausstoß nicht genannt“ werden solle. Vorgeschobene Begründung: „Wir Wollen nicht als Braugigant erscheinen. Wir sind absolut mittelständisch strukturiert und wollen es auch bleiben.“ Die Reaktion der Journalisten war hart und lautstark: Sie verbaten sich energisch diesen „Rückschritt in die Steinzeit der Publizität“.

Der von solch heftiger Attacke überraschte Schneider sah im Geiste schon die Negativ-Schlagzeilen vor sich und riskierte lieber einen Krach mit dem Großaktionär: Er machte einen Rückzieher und nannte alle Zahlen. Überwältigend sind sie nicht: Die früher so expansive Brauerei hat im letzten Geschäftsjahr den Bierausstoß nur noch um 0,8 Prozent auf 1,37 Millionen Hektoliter gesteigert. Preiserhöhungen mußten den nach wie vor guten Ertrag stabil halten.

Paul Gerhard Knappmann, einer der beiden Generalbevollmächtigten der Ruhrkohle, sucht einen neuen Job. Seit durch Berufung von Peter Rohde, stellvertretender Vorsitzender der Saarbergwerke und Jens Jenssen, im Bundesfinanzministerium für die Verwaltung der industriellen Beteiligungen des Bundes zuständig, in den Ruhrkohle-Vorstand feststeht, daß Knappmann nicht im eigenen Unternehmen die Vorstanasweihen erhält, strebt er von der Ruhrkohle weg.