Die DKP versucht massiv Einfluß auf die Friedensbewegung zu gewinnen. Deshalb geriet sie am Wochenende bei der Bonner „Aktionskonferenz“ mit den Grünen aneinander. Ernst Hoplitscheck ist Bundesgeschäftsführer der Grünen.

ZEIT: Die Auseinandersetzungen mit der DKP beschäftigen die Friedensbewegung übermäßig. Warum?

Hoplitscheck: Die DKP will bei uns Fuß fassen und Einfluß nehmen: über Sachfragen, zum Beispiel, dazu bietet sich natürlich die Friedenspolitik an, weil es da ja bereits Bündnisse gibt auf allen Ebenen, kommunal, regional und überregional (Beispiel Krefelder Appell). Der Zwang zum Minimalkonsens, wie jetzt beim Aufruf zur Demonstration gegen Reagan, heißt aber gleichzeitig, die Friedensbewegung einzugrenzen auf Minimalpositionen, die von vielen Teilen der Friedensbewegung nicht mitgetragen werden.

ZEIT: Spaltet die DKP die Friedensbewegung?

Hoplitscheck: Damit muß man ein bißchen vorsichtig sein; ich würde sagen, sie schadet uns, weil die Friedensbewegung unserer Auffassung nach blockübergreifend sein muß und die DKP jede Kritik an der Sowjetunion wegen Afghanistan oder Polen abwürgt.

ZEIT: Wie erklären Sie sich, das: Bei den Demonstrationen sind die DKPisten eine verschwindende Minderheit; bei den Aktionskonferenzen sind sie plötzlich Wortführer?

Hoplitscheck: Um es zuzuspitzen: Die 800 Leute, die am Wochenende in der Bonner Stadthalle saßen, waren zu zwei Drittel von der DKP und ihren Subsystemen zusammengetrommelt. Das funktioniert natürlich nur, wenn man über einen Apparat verfügt, über zentrale Strukturen mit einer Hierarchie von oben nach unten.