Von Gerhard Seehase

Nie und nimmer würde Ali Köllmayer, der Mann am Schlagzeug, während eines Auftritts auf seine Piratenmütze verzichten. Eher schon verzichtet er auf den Griff zur Flasche Bier, die zu seinen Füßen steht. Und die Kollegen der "Münchner Clang Compagnie", ein Ensemble aus sieben Musikern, wollen sogar Stein und Bein schwören: am leichtesten fiele es ihm, auf sein gesamtes Schlagwerk zu verzieh ten. Aber immerhin, auch dies ist noch nicht vorgekommen, womit gleichzeitig gesagt ist, daß in dieser Gruppe ein besonders munterer Ton herrscht.

"Nur einmal hätten wir ihm beinahe die Mütze weggenommen", sagt Matthias Böttcher, der Mann mit der Gitarre, "das war, als er einen so schnellen Takt schlug, daß uns vor allen Leuten fast die Finger runtergefallen wären."

Die "Münchner Gang Compagnie" spielt mittelalterliche Sauf- und Trink-Lieder, macht Renaissance-Musik und hat irische, russische und bayrische Folklore im Repertoire. Das Ensemble: war schon im Fernsehen, es macht gelegentlich "Keller-Musik" in Wirtshäusern; aber nicht für Geld. Sie sind Amateure.

Sie üben einmal wöchentlich im ersten Stock des Musikhauses Bauer, an der Rückseite des Münchner Rathauses. Peter Molinari, ein Mitglied der Gruppe, kann das väterliche Geschäft nach Feierabend zur Verfügung stellen. Alle beherrschen mehrere Instrumente. Gebraucht werden: Gitarre, Dudelsack, Flöte, Balalaika, Mandoline, Gambe, Krummhorn, Geige, Zither, Schlagwerk. Am wichtigsten ist der Gesang.

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In der guten Stube von Schreinermeister Max Braun – er hat einen eigenen Betrieb in der kleinen Gemeinde Kareth bei Regensburg – wird ebenfalls Folklore gespielt, bayrische vor allem und oberpfälzische. Die Zither, das Hackbrett, die Geige und die Gitarre werden in diesem sechsköpfigen Ensemble verwendet. Auch diese Gruppe war schon im dritten Programm des Bayerischen Fernsehens; auch sie besteht nur aus Amateur-Musikern.