Rund hundert Jahre dauerte die Ära jener schnelldampfenden Riesen des Ozeans, die der Seefahrermund liebevoll bis spöttisch „Musikdampfer“ nannte. Sie ist vorbei. Versunken, verschrottet, vergessen sind die stolzen Schiffe, die einst in regelmäßigem Dienst die Reichen und die Superreichen in Saus und Braus über den Nordatlantik beförderten (und Scharen armer Auswanderer elend im Zwischendeck). Nur die „Queen Elizabeth 2“ (im Bild oben), 1967 vom Stapel gelassen, stampft noch gelegentlich im Sommer über die alte Route von Europa nach New York – Nachzügler einer Flotte saurierhafter, luxuriöser Seefahrzeuge, deren Namen noch immer unsere Phantasie ins Schwimmen bringen, von denen wir uns aber kaum noch eine rechte Vorstellung machen können. Wenigstens „den letzten bildhaften Eindruck“ zu retten, hat sich die Hamburger Edition Maritim vorgenommen mit der Herausgabe eines Bildbandes, der durch einige glückliche Photo-Funde vor allem in französischen Quellen ermöglicht wurde (Peter Pedersen: „Die große Zeit der Luxus-Liner“, 272 Seiten, 98 Mark). Der Band, von praller Anschaulichkeit Und informativ bis in die Details der Bildtexte, dokumentiert ein unwiederbringliches Kapitel der Seefahrt: vom ersten Ozeanriesen, der „Great Eastern“, die neben fünf Schornsteinen noch sechs Segelmasten trug, bis zum letzten Sieger im Kampf um das Blaue Band, der inzwischen eingemotteten „United States“. Den Untergang der alten Liner kann man wohl nicht ohne Wehmut vermerken, auch wenn man den Vorzug, mit ihnen zu reisen, nie hatte. A. B.