Die Rektoren diskutieren, die Kirche macht Nägel mit Köpfen. Während der Vorschlag der Westdeutschen Rektorenkonferenz, Bewerber für Medizinstudienplätze erst in sechsmonatigen Vorpraktika zu testen, schon fast wieder vergessen ist, hat die Württembergische Landessynode entschieden: Wer künftig in Württemberg Theologie studieren will, muß vorher ein zwölfmonatiges Praktikum in der Diakonie, in einem Industriebetrieb oder einer Kirchengemeinde ableisten.

Die Sprecher der Synode sehen in dieser Verlängerung des Studiums um ein Jahr nur Vorteile: Die Pfarrer von morgen können in einem frühen Stadium ihrer Ausbildung die Belastungen kennenlernen, denen sich Seelsorger im täglichen Dienst gegenübersehen. Auch das Wort „Charakterprobe“ fiel in den Beratungen – lägen doch viele Schwierigkeiten von jungen Pfarrern darin begründet, daß ihnen die nötige Reife für den Kontakt mit der Gemeinde fehle.

Etliche Theologiestudenten, die allerdings nicht mehr von dieser Regelung betroffen sind, kritisierten den Beschluß der Synode. Sie halten die sich anbahnende „Pfarrerschwemme“ für den eigentlichen Grund, ein Vorpraktikum einzuführen: Allein in Tübingen gibt es derzeit mehr eingeschriebene Theologiestudenten als Pfarrstellen in ganz Württemberg.

Im Kampf gegen eine zweite Gesamtschule in Düsseldorf hatten konservative Elternvertreter im vergangenen Jahr einen Sieg errungen. Die Ratsversammlung der Stadt nahm einen schon gefaßten Beschluß wieder zurück: Das Düsseldorfer Rethel-Gymnasium sollte weiter ein Gymnasium bleiben und nicht zu einer Gesamtschule umgewandelt werden.

Nach dem Proteststurm, den die Eltern entfacht hatten, rechnete der Direktor der Schule mit einem massiven Ansturm von Schülern. Er hatte sich getäuscht. Wie die Frankfurter Rundschau meldet, werden nur 21 Sextaner vom Herbst an die Bänke des Rethel-Gymnasiums drücken – zu wenig sogar, um die vom nordrhein-westfälischen Schulgesetz geforderten zwei Klassen pro Jahrgang zu füllen. Zudem waren alle 21 Kinder vor der Aufhebung des Ratsbeschlusses schon an anderen Gymnasien der Stadt untergekommen. Der Protest wird allerdings noch einige Beamte im Kultusministerium für eine Weile beschäftigen. Denn nun müssen sie eine Ausnahmeregelung erteilen, damit das Rethel-Gymnasium ausnahmsweise einzügig weitergeführt werden darf.

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Die amerikanischen Universitäten sorgen sich um ihre Zukunft: Immer weniger gute Studenten wollen später Professoren werden. Die Zahl der hochqualifizierten Studenten, die promovieren und dann eine akademische Laufbahn einschlagen, geht nach einem Bericht der New York Times „dramatisch“ zurück.