Die Grünen werden von allen Seiten umworben: Die Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten Coppik und Hansen hätten sie gern, um ihre schütteren Reihen zu verdichten; Alexander Schubart möchte den Führerkult noch ein bißchen länger genießen; und die Kommunisten, die aus eigener Kraft nichts werden können, suchen etwas Substantielles zum Infiltrieren.

„Aufstehen für den Frieden“ lautet die Devise für die große Demonstration am 10. Juni. Gar nicht zu verstehen, wieso gerade dieses Motto die Kommunisten so magnetisch anzieht, wo doch jeder, der in die DDR hinein will, gezwungen wird, das Abzeichen „Frieden schaffen ohne Waffen“ abzunehmen, und jeder, der heraus will, erschossen wird – wie wir gerade wieder erlebt haben. Und sehr wohl zu verstehen, daß die Grünen skeptisch geworden sind, weil die DKP-Gruppen den Pfarrer Eppelmann aus der DDR als Redner am 10. Juni abgelehnt haben, und weil gleichzeitig gegen den Abzug der Sowjets aus Afghanistan sowie gegen den Aufruf zur sofortigen Freilassung aller inhaftierten Oppositionellen in Polen votiert wurde.

Die Grünen sind zwar grün, aber darum noch lange keine Feigenblätter, (siehe auch S. 8) Dff.