Albert Vietor, in seiner Glanzzeit als Vorsitzender der Geschäftsführung der Neuen Heimat nur „King Albert“ genannt, hat beim Landgericht Hamburg Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber erhoben. Mit ihm klagen auch die ebenfalls geschaßten Geschäftsführer Harro Iden und Wolfgang Vormbrock.

Mit ihrer Klage, die bei der Kammer für Handelssachen ansteht, wollen die drei Manager erreichen, daß die von den Gesellschaftern der Neuen Heimat – das sind der Deutsche Gewerkschaftsbund und mehrere Einzelgewerkschaften – „aus wichtigem Grund“ ausgesprochene Aufhebung der Dienstverträge vom Gericht für unwirksam erklärt wird. Die Geschäftsführer waren fristlos entlassen worden, weil sie unter Ausnutzung ihrer Position Privatgeschäfte getätigt haben.

Die Kammer wollte die Sache möglichst rasch vom Tisch haben und hatte bereits für den 21. April einen Verhandlungstermin angesetzt. Der Termin wurde jedoch auf Wunsch beider Parteien abgesetzt. Ein neuer Termin soll erst auf Anruf einer der Parteien anberaumt werden.

Einer der Prozeßvertreter begründete dies damit, daß die Neue Heimat ursprünglich keine Kündigungsgründe genannt hatte und diese erst später nachlieferte.

Es fällt allerdings auf, daß die Aussetzung des Verhandlungstermins mit der Übergabe des Vorweg-Berichts der Sonderprüfung von der Prüfungsgesellschaft Treuarbeit vom 18. März zusammentrifft. Zudem hätte die Verhandlung nur gut drei Wochen vor dem außerordentlichen DGB-Kongreß am 16. Mai stattgefunden, auf dem die Affäre Neue Heimat diskutiert werden wird. Angesichts dieser Sachlage prüfen offenbar beide Parteien die Möglichkeit eines Vergleichs, um dem Skandal nicht noch zusätzliche Publizität zu geben. ls.