Nicht nur im Frühjahr, wenn in den Bergen noch feuchte Nebel lasten, und der Puig Major abends sein Haupt mit Wolken verhüllt, läßt sich ein „anderes Mallorca“ entdecken. Auch in der Hochsaison, wenn in den Betonstädten von C’an Pastilla oder Arenal kein Bett mehr zu haben ist, kann man die „L’Illa de la Calma“, die Insel der Ruhe finden. So hat Santiago Rusiñol, der berühmteste Dichter katalanischer Sprache, Mallorca genannt, und so zeigt es sich – im schroffen Westgebirge oder in der weiten Ebene Es Pia – dem Fremden noch heute. Wandern auf Mallorca, vorbei an endlos scheinenden Mandelbaum-Feldern, an herrschaftlichen Landsitzen und stillen, fast abweisenden Dörfern, das gehört zu den friedlichsten Erlebnissen, die man im Sommer auf den Balearen haben, kann. So gibt es bei den Reiseveranstaltern vermehrt organisierte Wanderwochen im Insel-Programm, doch am besten läßt sich das andere Mallorca auf eigene Faust entdecken. Leider ist der sehr, nützliche und kostenlose Ratgeber „20 Fußwanderungen auf Mallorca“ augenblicklich vergriffen; das Informationsbüro Mallorca (6000 Frankfurt, Praunheimer Landstraße 96) hofft jedoch nach Ostern auf Nachschub.