Friedrich Jahn, größter Hähnchenbrater in der Bundesrepublik (Wienerwald), hat sich selbst die Flügel gestutzt: Er verkaufte seine Tochtergesellschaft Jahn Reisen GmbH an die Düsseldorfer Charterfluggesellschaft LTU.

Neben Transair, Meier’s Weltreisen sowie Jet und Bett ist Jahn Reisen das vierte Reiseunternehmen der LTU, die sich mit diesen Tochtergesellschaften eine Auslastung ihrer Flugflotte sichert. Auch Jahn Reisen sind vorzugsweise im Flugtourismus tätig.

Nach außen wird die Transaktion vorerst als eine „engere Zusammenarbeit“ dargestellt, bei der Jahn Reisen weiterhin selbständig agiert. Aber: Eine „Übernahme wird angestrebt“, heißt es in der Verlautbarung. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung ist bereits vertraglich abgesichert.

Die Übernahme des Reiseunternehmens fällt zusammen mit einem Vorstoß der LTU in den Süden der Bundesrepublik. Die Fluggesellschaft, die bisher; von Düsseldorf aus operierte und Nordrhein-Westfalen als ihren Markt ansah, ist dabei, in München eine zweite Basis aufzubauen.

Für Friedrich Jahn, der durch seine Expansionspolitik rund 260 Millionen Mark Bankschulden hat und seinen Konzern jetzt konsolidieren will, bringt der Verkauf der Reisetochter eine Erleichterung: Er bringt Geld in die Kasse.

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Die Ruhrgas AG in Essen, größter Gasversorger der Bundesrepublik, protestiert lautstark gegen einen Anschlußzwang für Fernwärme, wie er vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Reimut Jochimsen befürwortet wird. Sie schließt aus den Plänen für eine Anschluß- und Benutzungspflicht, daß Fernwärme offenbar nicht wirtschaftlich sei, sonst „bedürfte sie keiner massiven Subvention aus Steuermitteln“.