Einst hatten die Deutschen die Nase ganz vorn, denn es waren deutsche Raketenwaffen (V 1), die als erste den Weltraum angekratzt haben. Doch heute sind wir, was die Raumfahrt angeht, unter den Industrienationen gerade noch im Mittelfeld. Raketen- und Satellitentechnik genossen in Bonn keine große Priorität; man konzentrierte sich auf Kernenergie – und ist auch dort dabei, die Spitzenstellung zu verspielen.

Nicht nur unser Nachbar Frankreich, sondern auch die Japaner sehen Zukunftsinvestitionen in die Raumfahrt als lohnenden Einsatz an und geben dafür fast doppelt so viel Geld aus wie die Bundesrepublik, die letztes Jahr nur rund 650 Millionen Mark aufbrachte. Erstes Ergebnis: Die Zahl der Arbeitsplätze – fast ausschließlich höchstqualifizierte – schrumpfte von 5700 auf 3200. Damit kann man bestenfalls Juniorpartner in der internationalen Zusammenarbeit werden.

In einem Memorandum hat die Industrie jetzt darauf hingewiesen, daß dieses Jahrzehnt den Durchbruch zur wirtschaftlichen Nutzung bringen wird – neben Fernsehsatelliten vor allem Satelliten für Wetter, Kommunikation, Navigation und Rohstofferschließung. Können wir es uns wirklich leisten, diese Entwicklung den anderen Industrienationen zu überlassen und nur nebenbei mitzumachen? hm