Der Bundestag wird sich mit Mißständen im Kreditgewerbe beschäftigen

Von Rudolf Herlt

Aus guten Gründen sollten Bank- und Sparkassenkunden ihre Kontoauszüge gründlicher ansehen als bisher. Wie berechtigt solches Mißtrauen ist, zeigen einige Fälle aus dem Leben.

Ein Kunde beauftragte seine Bank am 25. März, 10 000 Mark von seinem Giro- auf sein Sparkonto bei derselben Bank zu übertragen. Die Summe wurde auf dem Sparkonto erst am 28. März gutgeschrieben. Der Kunde büßte dadurch 4,18 Mark an Zinsen ein.

Ein weiterer Fall: Um auf dem Girokonto nicht ins Soll zu kommen (was mit einer deftigen Über-Ziehungsprovision verbunden ist), beauftragte ein Kunde seine Bank am 17. März, tausend Mark von seinem Sparkonto auf sein Girokonto zu überweisen. Auf dem nächsten Kontoauszug entdeckte er zu seiner Überraschung, daß der Betrag dem Girokonto erst am 24. März gutgeschrieben wurde. Die Folge war eine teure Überziehung auf dem Girokonto. Die Bank hat dafür die längere Verzinsung der Summe mit den niedrigeren Sparzinsen gern in Kauf genommen.

Dritter Fall: Ein Kunde schreibt zu Lasten seines Girokontos einen Scheck am 7. März aus. Der Begünstigte legt ihn am 8. März bei der Bank vor. Staunend bemerkt der Aussteller, daß sein Konto mit dem Scheckbetrag schon am 5, März belastet wurde.

Letzter Fall: Ein Kunde zahlte am 5. März morgens um 9 Uhr eine Summe bar auf sein eigenes Konto ein. Gutgeschrieben wurde sie ihm jedoch erst am 7. März.