Wie meine paläobiologische Forschungsarbeit aussehen würde, wenn es die Evolution der Lebewesen nicht gegeben hätte? Die Antwort fällt nicht schwer. Meine Arbeit wäre sehr viel einfacher, denn mein Untersuchungsmaterial würde um ein Vielfaches geringer und jedenfalls eintöniger sein.

1. Die heutige Fauna und Flora wäre darin ja nicht das Ergebnis einer historischen Entwicklung, ihre Arten wären von allem Anfang an dagewesen. Daher würden deren versteinerte Überreste in der kilometerdicken Abfolge der Gesteinsschichten unserer Erdkruste völlig einheitlich verteilt und während der Zeiten der Ablagerung aller dieser Schichten unverändert geblieben sein.

In Wirklichkeit ist dies nicht der Fall, die fossilen Faunen und Floren ändern sich in der Gesteinsfolge laufend. Sie haben sich daher in der geologischen Vorzeit ständig verändert.

2. Alle die fossilen Arten würden, was ihre charakteristische Gestalt betrifft, regellos und ohne verbindene Zwischenformen nebeneinanderstehen, ihre Unterscheidung und Klassifizierung wäre problemlos.

In Wirklichkeit aber zeigt sich überall dort, wo ein umfangreicheres Fundmaterial geborgen wurde, ein gleitender Übergang, so daß häufig die Zuordnung noch zu der ursprünglichen oder aber schon zu der neu entstehenden Spezies schwierig erscheint.

3. Zwischen den Großgruppen der Organismen würden unüberbrückbare Lücken klaffen, und das auch heute noch so gern beschworene Schlagwort von den missing links wäre tatsächlich gerechtfertigt.

Die Wirklichkeit sieht aber anders aus: Zwar ist in keinem Fall eine völlig lückenlose Kette jeweils aller Übergangsformen erhalten geblieben. Aber diejenigen vereinzelten Kettenglieder, die uns als fossile Belege eben doch bekannt wurden, erweisen eindeutig, daß derartige Übergänge tatsächlich bestanden haben (etwa zwischen den Fischen und Amphibien, diesen und den Reptilien, diesen und den Säugetieren).