Wenn Bildungsplaner mit Zahlen argumentieren, liegt der Verdacht nahe, daß sie mit ihnen jonglieren. In Hamburg ist die Gesamtzahl der Schüler, die in die fünften Klassen der verschiedenen Schulformen überwechseln, im Vergleich zum Vorjahr um 1 563 gesunken. Der „Schülerschwund“ hat sich also verstärkt. Doch im letzten Jahr sprach Bildungssenator Joist Grolle noch davon, 105 Schulen schließen zu müssen. In diesem Jahr aber seien nur noch 40 Schulen bedroht.

Mehr noch: 28 dieser nicht genügend belegten Schulen könnten gerettet werden, wenn Schüler und Eltern sich mit einer Umverteilung einverstanden erklären. Und noch ein Bonbon des Senators: Von den verbleibenden zwölf müssen nur sechs wirklich dichtmachen, die anderen will man erst noch „beobachten“.

Weshalb ist jetzt möglich, was vor einem Jahr noch als ausgeschlossen galt? In Hamburg wird im Juni gewählt.

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Wenn in Vorlesungen die Langweile blüht, dann ritzen Studenten besonders kreativ ihre Grafitti in die Holzbänke, Professor Torsten Capelle von der Uni Münster sammelte die schönsten: „Nicht verzweifeln, die anderen wissen genauso wenig wie ich“ oder „ein kluges Wort – und schon ist man Kommunist“.

Capelle fand Kalauer wie: „Nieder mit der Schwerkraft – es lebe der Leichtsinn“ und „Gott schütze die Welt, Dirk und seinen Fiat 600“. Höhere Bildung scheint sich auszuzahlen: „Müde und satt, wie schön is datt“, dichtet einer, und „Montagmorgen, 10 nach 8, und die Woche nimmt kein Ende“, klagt ein anderer.

„Wir sind die Leute, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben“, stellten Studenten fest, und einer, der offensichtlich lange genug studiert hat, um sich an die ermordete Lebedame zu erinnern, fand: „Nittribitt ist nicht mehr fit.“