Ideologisch

„Die Kadetten von Bunkerhill“ von Harold Becker zeigt vor allem, wie fett und unbeweglich George C. Scott inzwischen geworden ist. Der harte, raffinierte Staatsanwalt in Otto Premingers „Anatomy of a Murder“, der kühle Boß aller Chicagoer Spieler in Robert Rossens „The Hustler“, der alternde Polizist in Richard Fleischers „The New Centurions“: als Held taugt er inzwischen offenbar nur noch für Sitz- und Rederollen. Die allerdings führt Scott mit großer Intensität vor. In den „Kadetten“ vermittelt er als Leiter einer Militärakademie seine Ideen vom Leben und von der Ehre der Soldaten so eindringlich, daß seine Schüler schließlich sogar den Kampf gegen die ganze Welt wagen, nur um diese Ideen von der Soldatenehre zu verteidigen. Gewinnen können sie diesen Kampf aber nicht – auch, weil der Film den Unterschied zwischen dem Leben und der Idee vom Leben nicht als Spiel zeigt, sondern als Illustration einer ideologischen Auffassung, als Illustration der Idee vom falschen Leben der Soldaten.

Vertogen

„Das ist Elvis“ von Andrew Solt und Malcolm Leo. Das ist vor allem die Addition unterschiedlicher Geschichten, die insgesamt zum Bild eines Lebens sich fügen sollen, zum Bild vom Leben des Elvis Presley. Jede Geschichte ist dabei so formuliert, daß die filmischen Episoden, die vom Alltag und von der Karriere des Sängers reden, und daß das mit Worten Erzählte, das von den Eindrücken dieses Alltags und von den Eindrücken dieser Karriere redet, authentischer wirken. So sind in die Spielszenen – betont bruchlos – alte Dokumentaraufnahmen des echten Elvis und einige Ausschnitte seiner Film- und Fernsehauftritte montiert. Und in den Kommentar aus dem Off, der den Zusammenhang garantiert, sind – betont bruchlos – Erzählungen in der ersten Person montiert. Doch wenn unbeachtet bleibt, daß das Authentische in einem Fiction-Film letztlich auch nur ein Element des fiktiven ist, enthüllt sich die Lüge schon auf den zweiten Blick: in der Form der filmischen Komposition. Norbert Grab

Empfehlenswerte Filme

„Das letzte Loch“ von Herbert Achternbusch. „Berliner Stadtbahnbilder“ von Alfred Behrens. „Schnee“ von Juliet Berto und Jean-Henri Roger. „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ von Rainer Werner Fassbinder. „Ganz normal verrückt“ von Marco Ferren. „Feuer und Schwert“ von Veith von Fürstenberg. „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog. „Mein Esgen am André“ von Louis Male. „Der Mann aus Eises“ von Andrzej Wajda.