DIE ZEIT

Neuanfang oder Anfang vom Ende?

Einen „Aufbruch nach vorn“ hat der SPD-Vorsitzende Brandt von dem Parteitag gefordert, zu dem sich seine Partei kommende Woche in München versammelt.

Draht nach Moskau

Ronald Reagan hält seit jeher die Sowjets für „Lügner und Betrüger“, deren Machenschaften alle Unruhe in der Welt zuzuschreiben ist.

Kampf ums Prinzip

Erinnerungen an Tsingtau und Tsushima blitzen auf, Bilder einer längst versunkenen Epoche. Wie zu Zeiten des klassischen Imperialismus läuft die Falkland-Krise ab: langwierige Mobilmachungen und Kriegsvorbereitungen; nationales Pathos, vermischt mit mütterlichen Tränen und bürgerlichen Besitzängsten; Vermittlungsversuche unter wachsendem Zeitdruck, begleitet von Säbelrasseln; viel Bluff und eitle Drohgebärden, ehe sich das Drama dem unausweichlichen Ende nähert: der militärischen Kraftprobe oder der diplomatischen Lösung.

Lieber Polizisten

Wenn Politiker den Rotstift ansetzen, berufen sie sich gern auf des Bürgers Opfersinn. Er sei durchaus bereit, Kürzungen an den Etats von Bund und Ländern hinzunehmen.

Doppelzüngig

Jene Jugendlichen, die drüben das Friedenssymbol tragen, werden dafür häufig „kriminalisiert“, so klagten die DDR-Bischöfe jetzt öffentlich.

Zeitspiegel

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Sowjetunion, die durch die polnische Krise noch größer geworden sind, wirken sich jetzt auch auf Kuba aus.

Der Bundespräsident in Brasilien: Die ersten Tage gehörten Genscher

Geplant war ein ganz normaler Staatsbesuch, so recht nach dem Herzen des Protokolls: Viele Termine, viele Reisen innerhalb Brasiliens (die brasilianische Luftwaffe half mit drei Maschinen), viele Gespräche für Bundespräsident Karl Carstens, der die Visite des brasilianischen Staatspräsidenten vom vorigen Jahr erwidern wollte.

Falkland-Krise: Ein Profi in der Feuertaufe

Die Tür des Hauses Nummer 10 Downing Street öffnet sich, und im Schatten US-Außenminister Haigs erscheint eine kleine Gestalt mit eingezogenem Kopf und glatt gescheiteltem Haar, bewegt sich ins blendende Licht der Scheinwerfer und spricht nach dem amerikanischen Vermittler zwei Sätze aus dem diplomatischen Repertoire in die Mikrophone: "Zweifellos bestehen noch Schwierigkeiten.

Bürger und Gelehrter

Am besten beschrieb ihn Alexander Mitscherlich, sein Kontrahent und Interpret. Peter Brückner, der Hannoveraner Psychologie-Professor, so meinte Mitscherlich schon 1966, mache seine Aussagen „oft sprunghaft, in Eile, als wolle er Schlimmem zuvorkommen“.

Kampf um die Demonstrationsstätte

Einen Kampf um Bonn – so kann man wohl nennen, was sich im Vorfeld jener Demonstrationen abspielt, die aus Anlaß des Nato-Gipfels und des Reagan-Besuchs in der Bundeskapitale im Juni stattfinden sollen.

Italien: Zwang zur Vernunft

Nach Monaten trügerischer Stille und beachtlicher Polizeierfolge erinnerte ein Feuerüberfall der Roten Brigaden vor dem schwerbewachten Gerichtssaal schon am Vorabend des Moro-Prozesses daran, „daß der Kampf noch lange nicht zu Ende ist und hart sein wird“, wie Ministerpräsident Spadolini kommentierte.

Malaysia: Aufbruch mit einer neuen Politiker-Garde

Erst Ende 1983 hätten Wahlen in Malaysia angestanden. Aber Premier Mahatir, der im Juli vergangenen Jahres zum Nachfolger des kränkelnden Hussein Onn ernannt wurde, braucht die Bestätigung des Volkes.

Israel: Kriegsgefahr in Nahost?

Am Ende des jüdischen Pessach-Festes wächst die Sorge vor einem neuen Nahost-Krieg. Trotz aller Spannungen hat der israelische Ministerpräsident Menachem Begin jedoch bekräftigt: Er halte sein Wort, daß die letzten israelischen Soldaten den Sinai bis zum 25.

Leben mit dem Atomtod

Wenn Ronald Reagan auf Reisen geht, wenn er schnellen Schrittes von der Air Force One in eine Limousine oder in einen Hubschrauber umsteigt, um sich dann auf Podien oder Tribünen zu postieren, folgt ihm immer ein Stabsoffizier mit einem dicken schwarzen Aktenkoffer.

Krieg gegen die Armen

In bedrückendem Kriegsschiffgrau sind Zimmerwände, Stahlstühle und -tische im zentralen Fürsorgeamt der South Bronx gestrichen: Gamaliel River, in Puerto Rico gebürtig, seit Jahren in New.

Erziehungsdiktatur in Nordkorea: Der volkstümliche Halbgott

Im Lesesaal der Universitätsbibliothek von Pjöngjang ist ein Pult ganz und gar mit weißem Tuch eingeschlagen. Hier, so wird dem Besucher erläutert, saß der große Führer einmal; und zum Gedenken daran soll hier kein anderer mehr sitzen.

Der große Run aufs Rad

In Berlin ist Fahrrad-Aktion. 45 000 nagelneue Räder sollen verkauft werden, die dem Senat gehören. Anfang der sechziger Jahre wurden nämlich in großen Mengen Fahrräder gekauft – für den Fall der Fälle.

Als wär’ es pures Gold

Der Räucherlachs war „faserig trocken, völlig versahen und braun oxydiert“, das Chateaubriand „verkohlt, innen völlig ausgetrocknet“, „faserig trocken“ war auch die Ente sowie „anscheinend.

Lokal-Termin mit Futterprobe?

Der Wirt Werner Otto Jedamzik vom "Westfälischen Frieden 1648" in Münster war nicht gut beraten, als er seine aufsehenerregende Klage gegen den Freßkritiker Armin Diel erhob: Zu sehr ist dessen doppelt gedruckter Artikel "ein totaler Reinfall" Gegenstand der Pressefreiheit, der berechtigten Schelte, der Wertung, des öffentlichen Interesses am ordentlichen Angebot in jeglichen Wirtshäusern.

Jagd nach Sonderangeboten

Der verkaufsoffene Sonnabend im April schien die Wende zu signalisieren: Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen strömten die Konsumenten zu Scharen in die Innenstädte und drängten sich durch Einkaufsstraßen und Geschäfte.

Bis zum nächsten Eklat

Aus Nürnberg kommen seit langem keine guten Nachrichten mehr. Nicht nur die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken zeigen eine ständige Verschlechterung der Beschäftigungslage in der Bundesrepublik.

Polenkredite: Löcher im Regenschirm

Mit der Unterschrift unter das Umschuldungsabkommen westlicher Banken und der Volksrepublik Polen für 1981 ist der Weg frei für Verhandlungen über die Umschuldung der 1982 fälligen Verbindlichkeiten Polens.

Auszubildende: Zuckerschlecken

Es ist kaum zu glauben: Obwohl immer nur von Lehrstellenmangel berichtet wird, gibt es auch Handwerksmeister, die verzweifelt nach Lehrlingen – pardon: Auszubildenden – suchen.

Bonner Kulisse

Das Gerede über ein vorzeitiges Ende der sozial-liberalen Koalition und die Ungewißheit über die personelle Umgestaltung des Bundeskabinetts bringt immer mehr Bonner Ministerialbeamten eine vorzeitige Beförderung.

Lebensarbeitszeit: Erst mit 70 aufhören?

Fast alle Welt redet von einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit. In der Bundesrepublik wird vor allem die Forderung nach geringerer Lebensarbeitszeit zum Gemeinplatz der Parteien und der Gewerkschaften.

Goldwährung: Laffers Alibi

Auf siebenhundert Seiten hat die US-Goldkommission, die im vergangenen Jahr mit der Prüfung dieser Frage beauftragt worden war, die Rückkehr zum Goldstandard abgelehnt.

US-Autoindustrie: Der Unterschied

Nun haben nach den Ford-Arbeitern auch die Automobilarbeiter bei General Motors (GM), dem größten Unternehmen der Welt, für zweieinhalb Jahre auf eine Lohnerhöhung verzichtet.

Bundesbahn: Auf toten Gleisen ans Ziel

Die Lage ist für beide unbehaglich. Zwar sitzt Wolf gang Vaerst, der Chef der Deutschen Bundesbahn, noch im Erster-Klasse-Büro im elften Stock der Frankfurter DB-Hauptverwaltung.

Kapital für alle

1. Die staatliche Förderung von Produktivkapital beteiligungen soll grundsätzlich allen Arbeitnehmern offenstehen. Eine solche Breitenwirkung wird dadurch erreicht, daß neben betrieblichen Beteiligungen auch überbetriebliche Beteiligungsformen in den Anlagekatalog einbezogen werden.

Die Entscheidung fällt in Hannover: Wie präsentiert sich die deutsche Industrie in Japan?: Nur ein Platz im Hinterhof?

Mit einer dringenden Bitte wandte sich Industriepräsident Rolf Rodenstock an Otto Graf Lambsdorff. Bei seinem vorösterlichen Tokio-Abstecher solle der Wirtschaftsminister seine Gastgeber nachdrücklich ersuchen, günstigere äußere Umstände für die im Frühjahr 1984 in der japanischen Hauptstadt geplante „Leistungsschau der Bundesrepublik Deutschland“ herbeiführen zu helfen.

Zeitraffer

Einen deutlichen Dämpfer bekam die Inflation im Monat März. Der Preisindex für die Lebenshaltung kletterte nur noch um 5,2 Prozent, in den Monaten Februar und Januar waren die Preise noch um 5,8 und 6,3 Prozent gestiegen.

Geklingelt wird nicht

Christians: Vorausgesetzt, die Dollar-Zinsen machen uns keinen Strich durch die DM-Wechselkurs-Rechnung, erscheint bis zum Jahresende 1982 ein Zinsabbau auf 8,5 bis acht Prozent möglich.

Manager und Märkte

Der Verwaltungsrat der Westdeutschen Landesbank (WestLB) muß sich auf seiner nächsten Sitzung am 29. April wieder einmal mit dem Fall Poullain befassen.

Ein Land ohne Perspektiven

Es gibt kaum ein anderes wohlhabendes Volk in der westlichen Welt, an dessen Tun und Lassen sich ein entscheidender, neuer Trend der Menschheit derart anschaulich ablesen ließe wie am Verhalten der Deutschen – jedenfalls der West-Deutschen.

Der Griff nach den Konten

Bankiers wie David Barber, Vorsitzender der britischen Bankiersvereinigung, klammern sich an den Glauben, das nüchterne Geschäft mit Geld und Kredit sei „jenseits der Politik in einem eigenen Bereich angesiedelt“.

Keine Einbahnstraße

Bei der Kursbildung haben die Börsianer jetzt die für 1982 zu erwartenden Unternehmensergebnisse ins Visier genommen. Was die Gesellschaften für ihr Geschäftsjahr 1981 zu bieten haben, ist – bis auf wenige Ausnahmefälle – bekannt.

ZEIT spart Geld

Die Berliner Industriebank und die Industriebank AG – Deutsche Industriebank bieten seit dem 1. April weitere Tranchen von Darlehen nach § 16 Berlin-Förderungsgesetz an.

Österreich: Die Trickkiste ist leer

Deutsche Politiker und Gewerkschafter blicken immer wieder voll Neid nach Österreich, der „Insel der Seligen“ in einem Meer von Arbeitslosigkeit.

Ein zweiter Fall Chrysler?: Der Poker des Onkel Archie

Der Boß, wie man ihn aus amerikanischen Spielfilmen kennt: Die Füße auf dem Schreibtisch, die Weste aufgeknöpft, die Ärmel hochgekrempelt, mal fluchend, mal an einer mächtigen Zigarre saugend – Archie wie er leibt und lebt.

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