Auf siebenhundert Seiten hat die US-Goldkommission, die im vergangenen Jahr mit der Prüfung dieser Frage beauftragt worden war, die Rückkehr zum Goldstandard abgelehnt. Die Angebotspolitiker hielten die Rückkehr zur Goldwährung nämlich für einen integralen Bestandteil der neuen Politik.

Professor Arthur B. Laffer, einer der Architekten der Reaganomics, stützte sich dabei auf diese Argumentationskette: Hohe Zinsen gefährden Reagans Wirtschaftsprogramm; sie sind hoch, weil die Inflation mit einer ungewöhnlich strengen Geldpolitik bekämpft werden muß; die zinspolitischen Bremsmanöver wären bei starkem Vertrauen in den Dollar überflüssig; dieses Vertrauen schafft nur die Rückkehr zur Goldwährung.

Wenn Laffer Friedrich Lutz gelesen hätte, wäre ihm sein Waterloo erspart geblieben. Der deutsche Professor hat nämlich schon vor 45 Jahren die wichtigsten Voraussetzungen für das Funktionieren des Goldstandards beschrieben: Verzicht auf autonome Konjunkturpolitik; Verzicht auf protektionistische Maßnahmen im Handels- und Kapitalverkehr; Preise, die nach oben und unten beweglich sind und schließlich das Vertrauen in die Stabilität der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse. Weil in der Welt von heute nicht eine einzige der vier Voraussetzungen erfüllt ist, müßte die Kommission die Goldwährung als untaugliches Instrument zurückweisen.

Für Laffers verwundete Seele ein Trostpflaster: Er kann das Votum der Kommission als Alibi dafür benutzen, daß die Reagansche Wirtschaftspolitik nicht funktioniert. R. H.