Am 22. April wird in Malaysia gewählt Premierminister Datuk Seri Mahatir Mohamad will ein Mandat für sich, seine junge Mannschaft und seine neue Politik.

Erst Ende 1983 hätten Wahlen in Malaysia angestanden. Aber Premier Mahatir, der im Juli vergangenen Jahres zum Nachfolger des kränkelnden Hussein Onn ernannt wurde, braucht die Bestätigung des Volkes. Er will sie für sein ehrgeiziges Programm, das er mit viel Schwung bereits in Angriff genommen hat:

  • Nach seiner Vorstellung soll das Land in Kürze eines der stabilsten im unruhigen Südostasien werden, reizvoll auch für ausländische Investoren.
  • Die vielen Rassen – 45 Prozent der Bevölkerung sind Malaien, 36 Prozent Chinesen und 10 Prozent Inder – sollen endlich zu einer Nation verschmolzen werden.
  • Schließlich strebt Mahatir an, die hochgesteckten Ziele des 20-Jahr-Planes, der bis 1990 läuft, soweit wie möglich zu erreichen. Dessen Kernstück ist es, 30 Prozent der Wirtschaft an die malaysische Mehrheit Zu übergeben. Da ist allerdings noch viel zu tun, denn bis jetzt beträgt der Anteil der Bumiputra – der "Söhne der Erde" – ganze 12,4 Prozent.

Es kann keinen Zweifel daran geben, daß die seit den ersten Wahlen im Jahre 1956 regierende Koalition die April-Wahlen wieder gewinnen wird. Die Frage ist nur, wie weit die Opposition ins Lager der United Malaysiern National Organization (UMNO) einbrechen kann (diese besetzt 135 der 154 Unterhaussitze).

Die größere der beiden Oppositionsparteien, die Democratic Action Party (DAP) hatte bei den letzten Wahlen fünfzehn ihrer sechzehn Parlamentssitze in den Städten gewonnen, wo zwei Drittel der chinesisch-indischen Minderheit lebt; ihre Jugendlichen stellen die Masse des arbeitslosen Proletariats, eine Tatsache, die der UMNO zu denken geben sollte.

Die zweite Oppositionspartei, die islamische PAS (Parti Islam Sa Tanah Melayu) mit ihren fünf Parlamentssitzen könnte man eigentlich vergessen, wenn sie nicht die islamischen Fundamentalisten verträte, die seit Chomeini in allen islamischen Ländern im Vormarsch sind. Wie in Malaysia haben auch anderswo orthodoxe Muslims einmal mit dem Kampf gegen "westliche Dekadenz" begonnen, mit Propaganda gegen Nachtclubs, Bier und Bars, Schönheitswettbewerbe, Spielsalons und Pferderennen.

Mahatir, der einst als malaysischer National-Chauvinist von seiner Partei in die Wüste geschickt worden war, hat sich inzwischen zu einem der vielversprechendsten Politiker gemausert.