Der Verwaltungsrat der Westdeutschen Landesbank (WestLB) muß sich auf seiner nächsten Sitzung am 29. April wieder einmal mit dem Fall Poullain befassen. Die Bank hatte ihren ehemaligen Chef Ludwig Poullain 1978 fristlos entlassen, weil die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit gegen ihn ermittelte. Dem Bankier wurde vorgeworfen, Kreditengagements der Bank bei dem Konstanzer Finanzmakler Franz Josef Schmidt zu großzügig beurteilt zu haben. Schmidt hatte Poullain ein Beraterhonorar von einer Million Mark gezahlt.

Nachdem er aber im vergangenen Jahr in seinem Strafprozeß freigesprochen wurde – der Wortlaut des Urteils liegt jetzt vor und rehabilitiert den Angeklagten voll – fordert Poullain von der Bank die Rücknahme der Kündigung und die Erfüllung seines Ende 1977 noch bis Ende 1983 verlängerten Vertrags als Vorstandschef. Sein Jahresgehalt als WestLB-Chef betrug immerhin 450 000 Mark. Alternativ wäre Poullain allerdings auch mit einem großzügigen Vergleich einverstanden.

Falls der Verwaltungsrat unter Vorsitz des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Reimut Jochimsen auf das Poullain-Begehren nicht eingeht, will der Bankier seine bereits laufende Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf aufrechterhalten. Sie hat zum Ziel, die Bank auf dem Gerichtsweg zu zwingen, ihre Kündigung zurückzuziehen. Frohlockt Poullain: „Wenn der Prozeß weitergeführt wird, müssen wieder alle Politiker als Zeugen aufmarschieren.“

Sogar den Sessel des amtierenden WestLB-Chefs hält Poullain jetzt für wackelig. Poullain: „Ich nabe meinem Nachfolger Friede! Neuber neulich am Telephon gesagt, wenn Ihr keinen Vergleich zustande bringt, dann bin ich am Ende wieder der Vorstandsvorsitzende und nicht Du.“ Das „Härteste, Mühsamste und Zeitraubendste“, sagt Klaus Wiegandt, Chef der Rosbacher Handelsgruppe Leibbrand, „war die Suche nach dem Produzenten“. Über den Hersteller der ersten „weißen Zigarette“, die seit Beginn dieser Woche die Zigarettenstände der Leibbrand-Ketten ziert, mag er denn auch nicht? sagen. Die etablierten heimischen Hersteller, von Reemtsma bis Brinkmann, jedenfalls sind es nicht, obwohl Wiegandt auch bei ihnen angefragt hatte.

Nun müssen sie sich mit einem neuen Konkurrenten auseinandersetzen, der vor allem eines ist: erheblich billiger. Zwei Mark fünfzig kostet die Packung „Die Weissen – wenigstens fünfzig Pfennig günstiger als die Markenprodukte. Der Abstand wird in diesem Jahr noch größer. Mitte des Jahres wird eine beträchtliche Tabaksteuererhöhung fällig. Für die Zigarettenindustrie könnte nun sogar mehr auf dem Spiel stehen als die erwartete Absatzeinbuße von fünfzehn bis achtzehn Prozent: der lang gehegte Glaubenssatz von der individuellen Persönlichkeit ihrer Zigarettenmarken. Die Chinesen haben das Leasing entdeckt. Das darf man jedenfalls aus einer Vereinbarung schließen, die zwischen der staatlichen China International Trust and Investment. Corporation (CITIC) und der Mietfinanz GmbH Mühlheim/Ruhr getroffen worden ist. Danach wird die Mietfinanz „nach ihren üblichen Geschäftsgrundsätzen und nach dem Bedarf des chinesischen Partners Exporte deutscher und europäischer Maschinen und Ausrüstungen, gegebenenfalls auch amerikanische, nach China mietfinanzieren“. An spektakuläre Milliardengeschäfte ist dabei, so versichert Mietfinanz-Geschäftsführer Gerd Koenig, nicht gedacht. Koenig rechnet zwar insgesamt mit dreistelligen Millionenbeträgen, seiner Meinung nach wird aber der Durchschnittswert der einzelnen Abschlüsse bei zwanzig bis fünfundzwanzig Millionen Mark liegen. Wie auch in ihrem übrigen Geschäft üblich, bleibt die Mietfinanz Eigentümer der vermieteten Maschinen, die von den Chinesen unter Assistenz der deutschen Gesellschaft ausgesucht werden.

Eine technische Revolution wird in der zweiten Jahreshälfte erstmals für jeden zu kaufen sein: die digitale Schallplatte, nicht mehr von einer. Nadel abgetastet, sondern von einem Laser-Strahl völlig verschleißfrei „gelesen“.

Doch obwohl die Systementwickler Philips und Sony Musikgenuß in nie gehörter Qualität versprechen („keinerlei Rauschen, Knacken oder Rumpeln“), ist für die nur handgroße „Compact Disc“ kein Blitzerfolg am Markt programmiert – eher der ruhige Start für ein Langstreckenrennen gegen die konventionelle Platte.