Große braune Augen, blitzend weiße Zähne, freundliche lachende Gesichter und stets aufgehaltene Hände – so beschreibt man Sri Lankas Kinder, gleich welchen Alters, gleich welchen Heimatdorfes. Sie betteln ohne Unterlaß. Am frühen Morgen lauern sie den weißen Strandläufern auf, am Tage sind sie selbst auf entlegenen Bergstrecken binnen Minuten zur Stelle, wenn das Auto an einer vermeintlich menschenleeren Kurve hält, noch in tiefer Dunkelheit flitzen sie heran, wenn sich ein Tourist aus dem Schutzrevier seines Urlaubshotels wagt.

Ein Schweizer Reiseleiter war es angeblich, der Ceylons Nachwuchs darauf brachte, von dem Fremden nicht immer nur Geld, sondern auch Bonbons und Kugelschreiber („school pens“) zu erbitten. Gewiß ist es eine gute Idee gewesen, das Schnorren der Kinder vom schnöden Mammon weg auf solch kleine Liebesgaben abzulenken. Aber aus Schreibgeräten und Süßigkeiten ist längst eine Ersatzwährung geworden, die den Ablenkungscharakter dieser Geschenke vergessen läßt. Das eigentliche Problem, daß hier nämlich eine ganze Generation der einst stolzen Nation der Bettelei nachgeht, ist damit nicht aus der Welt geschaffen.

Wer in diesen Wochen ceylonesische Zeitungen liest, stößt immer wieder auf heftige Debatten über die Erziehung in Sri Lankas Schulen. Lehrinhalte werden zur Disposition gestellt oder heftig verteidigt; Lehrmethoden werden hochgelobt oder verdammt – eine Diskussion, die sich auch in den Leserbriefspalten widerspiegelt. Aber von einer Erziehung zum „Umgang mit Touristen“ ist hier ebensowenig die Rede wie in den anderen Entwicklungsländern, die solch ein Schulfach bitter nötig hätten. Eltern, Lehrer und Regierung sehen die Gefahren nicht, die diese Hingabe ihrer jungen Generation an die schnell erbettelte Touristenmark in sich birgt. Sie klagen bestenfalls über Schulschwänzer, die ihre Unterrichtsstunden an den Rändern der Hotelstrände verbringen. Gerade im Fall Sri Lankas könnte – diesen Eindruck gewinnt man als aufmerksamer Urlauber – eine entsprechende schulische Behandlung des Themas „Tourismus“ noch Änderungen bewirken. Dem nationalen Zusammengehörigkeitsgefühl des jungen, von genügend anderen Problemen geplagten Staates wäre es dienlich.

Das pädagogisch beste Programm kann natürlich nicht helfen, solange die Kinder betteln, weil sie oder ihre Familienangehörigen hungern. Not und Elend entschuldigen vieles. Sri Lanka zählt zwar nicht mehr zu den ärmsten Staaten der Welt, aber es hat immer noch Mühe, seine Menschen satt zu füttern. Angesichts prassender Fremder (mögen diese sich ihre Ferien auch vom Mund abgespart haben) haben hungernde Kinder und Eltern keinen Sinn für Appelle an den Bürgerstolz und wider die erniedrigende Bettelei, mit der ein leichtes Geld zu verdienen ist. K.V.

Pauschalreisen nach Sri Lanka veranstalten unter anderem: Neckermann und Reisen, Hochhaus am Basler Platz, 6000 Frankfurt, Tel (0611) 2690201. – Reisebüro Kuoni GmbH, Postfach 505, 8000 München 33, Tel. (089) 2607041. – Rotel-Tours, Postfach 47, 8391 Tittling, Tel (08504) 777. – Schauinsland-Reisen Erich Kanner, Postfach 540260, 4100 Duisburg 11, Tel. (0203) 408016. – Studiosus Reisen München, Luisenstraße 43, 8000 München 2, Tel. (089) 523 80. – Tjaereborg Reisen GmbH, Gustav-Adolf-Straße 63, 4000 Düsseldorf, Tel. (0211) 370284. – Trans Air Flug-, Bahn- u. Schiffsreisen GmbH, Postfach 9304, 4000 Düsseldorf, Tel. (0211) 36741. – Trans Europa, Hamburger Allee 8, 3000 Hannover 1, Tel. (0511) 3361. – Windrose Fernreisen GmbH, Kurfürstendamm 202, 1000 Berlin 15, Tel. (030) 8813059.

Autotouren mit Fahrer können unter anderem gebucht werden bei Sky Travel Ltd., 262-264 Nadarajah Building, Galle Road, Colombo 3; oder bei Sunshine Travel Ltd., 19, Upper Chatham Street, Colombo 1. Weitere Anschriften sind zu erfahren beim Ceylonesischen Fremdenverkehrsamt.

Auskünfte: Ceylonesisches Fremdenverkehrsamt, Kaiserstraße 13, 6000 Frankfurt, Tel. (0611) 28 0010.