Wie Regierungspräsident Franz Josef Antwerpes Köln vor noch mehr Industrialisierung bewahren will

Von Jörg Neikes

Köln

Die Kölner sind stolz auf ihre Stadt, auf Kirchen, Kölsch und Karneval, auf Mundart und Museen und hin und wieder auch auf den 1. FC. „Da gibt es welche“, hat der Kölner Regierungspräsident Franz Josef Antwerpes festgestellt, „die tragen nur noch das Wort Vaterstadt auf den Lippen und möchten dabei am liebsten niederknien. Diese Leute haben dem Vaterstadt Sozialdemokraten unfreiwillig bei der Namensgebung für zehn Rebstöcke Spätburgunder Pate gestanden, die er eigenhändig vor seinem Amtssitz in der Zeughausstraße, unweit des Domes, pflanzte. Die Lage nennt er „Klein-Kölnhausener Zuckerberg“. Damit hat der Hobby-Winzer Antwerpes gleichermaßen viel über die Qualität des Weines als auch über die Kölner Kommunalpolitik sagen wollen.

Für seinen sauren Spätburgunder greift Antwerpes zum Zuckersack. Für die seiner Ansicht nach ebenfalls verbesserungswürdige Kölner Kommunalpolitik benutzt er die seinem Amt zur Verfügung stehenden Vollmachten als Vertreter der Interessen der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Sie gestatten ihm, kommunale Planungsabsichten zu bewerten und – falls sie den Zielen der Landesplanung widersprechen – zu verhindern.

Dieses Schicksal droht dem Flächennutzungsplan der Stadt Köln. In ihm wird die Absicht dokumentiert, 140 Hektar landwirtschaftlich genutzte Freiflächen im Norden der Stadt mit Kraftwerk und Hafen, Industrie- und Gewerbebetrieben-zu verbauen. Der Regierungspräsident jedoch hält diese Freizone für die von Luftverpestern umzingelte Domstadt für unverzichtbar: „Der Mensch muß schließlich erst atmen, bevor er arbeitet.“

Adenauer und das Grün