Von Michael Schwelien

Frankfurt, im April

Die“, dachte Andreas Büro nach dem Godesberger Treffen zur Vorbereitung der Anti-Reagan-Demonstration, „machen uns noch die Friedensbewegung kaputt.“ „Die“, das sind für Büro jene 40 bis 50 Prozent der Delegierten, die zur DKP gehören oder als „fellow travellers“ im Fahrwasser der Kommunisten schwimmen.

„Die“ hatten nach bewährter Manier ihre Kader nach Godesberg geholt, um der Friedensbewegung ihren Stempel aufzudrücken.

„Es war“, meint Büro, „der gleiche Hick-Hack wie vor zwanzig Jahren.“ „Er kann’s beurteilen, denn er war schon 1960 beim ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik dabei, dem Sternmarsch zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne, war Sprecher jenes „Zentralen Ausschusses der Kampagne für Demokratie und Abrüstung“, der die Ostermärsdie der sechziger Jahre organisiert hatte.

Um zu verhindern, daß die DKP die Friedensdemonstrationen noch stärker als bisher schon mit ihren Parolen und Plakaten prägt, setzte Büro am Gründonnerstag zusammen mit Heinrich Albertz, Ingeborg Drewitz, Erhard Eppler, Robert Jungk, Petra Kelly und Klaus Vack eine ganzseitige Anzeige in die Frankfurter Rundschau. Sie enthielt allein das in der DDR offiziell verpönte Symbol der DDR-Friedensbewegung, den Vers des Propheten Micha, „Schwerter zu Pflugscharen“, und die Aufforderung, aus der Zeitungsseite ein Plakat zu machen und dieses auf den Ostermärschen mitzuführen.

„Wir haben“, meinte Büro pfiffig, „nicht die Organisation wie die DKP, aber mit dieser Anzeige haben wir für nur 25 000 Mark eine Viertelmillion Plakate gedruckt. So hoch ist die Auflage der Rundschau.