Es ist kaum zu glauben: Obwohl immer nur von Lehrstellenmangel berichtet wird, gibt es auch Handwerksmeister, die verzweifelt nach Lehrlingen – pardon: Auszubildenden – suchen. Zum Beispiel die Konditoren. Zur Zeit fehlen ihnen in Deutschland siebentausend Fachkräfte, und sie möchten deshalb Nachwuchs ausbilden. Doch zu ihrem großen Kummer melden sich die Bewerber nur zögernd, und das, obwohl die Konditoreninnung bereits mit Broschüren in den Arbeitsämtern für die süße Zunft Reklame macht.

Voller Neid sehen die Konditoren, wie die angehenden „Azubis“ zu den Traumberufen, auf den Bau und in die Industrie abschwärmen und dort um Ausbildungsplätze Schlange stehen. „Die jungen Leute wissen natürlich, daß sie als Konditoren mehr zu arbeiten haben und weniger verdienen. Wir stehen eben meistens nicht auf deren Wunschlisten“, erklärt ein Vertreter der Innung resigniert.

Trotzdem: Wenn der Arbeitsmarkt nur wenige Chancen bietet, müßte da ein Lehrling nicht auch bereit sein, einen Beruf zweiter Wahl zu ergreifen – selbst wenn das nicht immer Zuckerschlecken ist? iml