Von Ulrich Greiner

Der Mann ist stolz auf seinen Hund. Beide zeigen die Zähne. Die Augen des Hundes leuchten. Über ihnen, im Hintergrund, leuchten die Scheinwerfer des Lastwagens, wie Augen. Das Bild ist vorne ganz hell, und hell ist nur, was frontal zum Betrachter steht: der Fahrradreifen, die Leine, die Gesichter, Brust und Visage des Hundes. Wir können sehen, daß Tag ist. Im Hintergrund dringt Licht durch die Bäume. Aber der Photograph traut dem Tageslicht nicht. Was es verschweigt, bringt er mit Hilfe des Blitzlichts an den Tag. Den Himmel gibt es bei Manfred Willmann selten, und dann ist er grau. Künstlich, mit den Mitteln seiner Kunst, wirft er Schlagschatten, wo sonst die Konturen verschwimmen. Seine Schnappschüsse aus dem alltäglichen Leben erhalten so etwas sehr Fremdartiges, Inszeniertes Die Photos achten auf das Detail, zerren das einzelne hervor. Ihre Tiefe geht nur so weit, wie das Blitzlicht reicht, der Hintergrund ist oft schwarz. Der 1952 in Graz geborene und dort lebende Photograph Manfred Willmann hat in diesem Buch "Schwarz und Gold" eine Reihe seiner eigenartigen Photos versammelt. Es ist erhältlich beim Forum Stadtpark (A-8010 Graz), kostet 250,– öS. hat 95 Seiten und enthält ein unverständliches, überflüssiges Nachwort von Alfred Goldstein.