Zwei Majore und 68 Mann: Gegen die Übermacht der Argentinier hatten die Falkland-Verteidiger keine Chance Der Angriff kam im Morgengrauen

Nach dem Frühstück am Mittwoch, dem 31. März, zwei Tage vor der Invasion, erfuhr der Gouverneur der Falkland-Inseln, Rex Hunt, vom Londoner Foreign Office, daß ein argentinisches Unterseeboot auf dem Wege sei, um mögliche Landungsplätze in der Nähe der Inselhauptstadt Stanley zu erkunden. Um 10.30 Uhr rief Hunt die beiden Majore der Marine-Infanterie zu sich, die den Befehl über die dürftige Garnison der Inseln führten. Er wollte mit ihnen besprechen, was zu tun sei.

Nichts erhellt besser, wie falsch die Briten die sich abzeichnende Krise einschätzten, als der Plan, der bei dieser Zusammenkunft ausgetüftelt wurde.

Am Nachmittag wurde der Unteroffizier David Carr, ein fröhlicher 26jähriger aus Liverpool, mit zwei Marine-Infanteristen zu dem Leuchtturm geschickt, von dem aus das Kap Pembroke zu überblicken ist. Ihre Spezialausrüstung bestand in Nachtgläsern. Der Gefreite Steve Black hatte sich zugleich freiwillig gemeldet, um auf Sapper Hill einsam Nachtwache zu halten. Zusammen sollten die beiden das U-Boot ausmachen, falls es auftauchte, und in diesem Falle die „Reaction Squad“ alarmieren.

Für die „Reaktion“ standen dem Unteroffizier Steve Johnson fünf Marine-Infanteristen und zwei Landrover zur Verfügung. Nach dem Plan sollten sie sich schleunigst zu dem Strandabschnitt begeben, den das U-Boot auszukundschaften suchte, und den Landungstrupp festnehmen. Damit, so glaubten alle, wäre die Sache dann erledigt. In den Worten von Major Norman: „Wir dachten, daß die Argentinier bloß ein bißchen sticheln wollten und wir uns über das U-Boot nicht den Kopf zu zerbrechen brauchten“.

Die Marine-Infanterie trifft für diese fatale Fehleinschätzung schwerlich die Schuld. Major Norman war erst zwei Tage zuvor auf den Falkland-Inseln angekommen, um das Kommando der Garnison zu übernehmen. Man hatte ihm ausdrücklich versichert, daß Argentinien keine Invasion vorhabe. Am 18. März war der Major in London von einem Diplomaten in die Lage eingewiesen worden. Dabei bekam er zu hören, daß die Gespräche, die mit den Argentiniern über die Zukunft der Falkland-Inseln geführt wurden, aller Erwartung nach scheitern würden, doch machte sich der Diplomat stark dafür, daß Argentinien „nicht wagen wird, in irgend einer Form Gewalt anzuwenden“.

Die „blöden Kerls“ machen ernst