Für die meisten Investment-Sparer begann das Jahr 1982 erfreulich. Als Folge der in den ersten drei Monaten gestiegenen Aktien- und Rentenkurse erzielten die Fonds-Anteile deutliche Wertsteigerungen. Lediglich Fonds, deren Anlageschwerpunkt im Ausland lag, mußten Verluste hinnehmen. Zum größten Teil entstanden sie bei den nordamerikanischen Papieren, die sich erst in den letzten Wochen wieder erholt haben. Für den Rest des Jahres bestehen auch für sie Hoffnungen, nämlich dann, wenn in den USA die Zinsen nachhaltig sinken werden.

Die großen Publikumsfonds, die überwiegend oder ausschließlich in deutschen Aktien investieren, warten mit Wertbesserungen von fünf Prozent und mehr auf. Vergleicht man dies mit dem Anstieg des Commerzbank-Aktienindex um 6,4 Prozent, machen sich die Anlageerfolge nicht gerade großartig aus. Dabei gibt der Aktienindex nur das reine Kursniveau wieder, nicht aber die Dividendenerträge, die in der Wertentwicklung der Fonds mit erfaßt werden.

Aktienfonds, die weniger als 6,4 Prozent Wertsteigerung erzielten, hatten entweder die „falschen“ Papiere in ihren Portefeuilles oder hielten eine zu hohe Barreserve. Sie konnte zum Anlageerfolg nur ungenügend beitragen. Lediglich Fonds, die von vornherein mit steigenden Aktienkursen rechneten und mehr oder weniger voll investiert waren, können diesmal Spitzenerfolge vorweisen.

Die deutschen Rentenfonds profitierten von der seit Herbst vergangenen Jahres im Gange befindlichen Zinssenkung, aber auch von den zur Zeit beachtlichen Zinseinnahmen, die sich in den Rücknahmepreisen der Zertifikate wertsteigernd niederschlagen. Die sichtbaren Anlageerfolge haben den Rückfluß der Zertifikate zwar gebremst, aber die Abgaben der Anleger noch nicht völlig zum Stehen gebracht.

Bei Neuanlagen bevorzugen die deutschen Sparer vorerst weiter Papiere mit kürzeren und mittleren Laufzeiten. Der flotte Absatz der jüngsten Bundesanleihe macht aber deutlich, daß auch Anleihen mit Laufzeiten von zehn Jahren vom Publikum wieder akzeptiert werden. Der Verkauf von Rentenfondsanteilen läuft zunehmend besser, wird aber noch überdeckt von den hohen Rückgabezahlen. Bei den Verkäufern handelt es sich zum Teil um Sparer, die aus Verärgerung über den angeblichen Mißerfolg der Rentenfonds auf die Direktanlage in festverzinslichen Werten umsteigen. Eine zweifelhafte Transaktion, die kaum Vorteile bringt, aber zusätzliche Spesen kostet. Übrigens: Im Ausland investierende Rentenfonds kamen auf Wertsteigerungen von über sechs Prozent.

K. W.