Im Zuge ihrer zuweilen etwas mißglückten, aber unbeirrt fortgesetzten Bemühungen, Hamburgs schöne Seiten hervorzukehren (Hamburg ist Himmel, Hamburg ist Kirschblüte, Hamburg ist Park, Hamburg ist Wald und Heide, Hamburg ist Raritäten...) hat die „Hamburg -Information“ jüngst eine Anzeige in die Welt setzen lassen, die allen Sportfreunden zur Lektüre empfohlen sei, wenn sie mal nichts zu lachen haben.

„In Hamburg leben ist Sport“ behauptet der Anzeigentextdichter kühn. Na schön, das wollten wir ihm vielleicht noch glauben, würde er uns nicht im folgenden so verkohlen: „Ein Sport, vom 3. bis 6. Juni die edelsten Vollblüter dieser Welt in Flottbek schnauben zu hören ...“ Menschenskind, so sportfreundlich und so ahnungslos. „Die edelsten Vollblüter dieser Welt“ – wenn sie diesen Text jemals vor die Nüstern kriegen, kommen sie vielleicht freiwillig mal nach Flottbek: zum Wiehern.

Zum Glück ist das so unwirklich-eindrucksvoll gestellte Photo, das dazu angeboten wird, genau so unmöglich und also passend: Der angebliche Reiter, dem da eine Lady unterm Phantasiehut den Siegerpreis überreicht, hat doch wahrhaftig noch die Kappe auf dem Kopf...

Weiter im Text: „Ein Sport, am Rothenbaum die Tennisasse Aces schlagen zu sehen.“ Aces – der Tennisfreund denkt, es tritt ihn ein Vollblüter. „Ein Sport, den HSV und seine Fans meisterschaftlich zu erleben. Ein Sport, zu sehen, wie die Alster segelt, rudert, surft und schwimmt.“

Jaja – es lächelt der See, hat mal jemand geschrieben. Was der Alte konnte, kann ich schon lange, sagte Johann Wolfgang von der Werbeagentur und rührte den Metaphernsalat an.

„Diese Stadt ist ein Ort für Sport: sie drängt ihn nicht auf, lebt mit ihm, läßt andere mit ihm leben. Sport ist für Hamburg weniger Leistung denn Haltung: fair und Flair.“

Um nicht zu sagen: Für Hamburg werben ist Sport – bla und bla. A. B.