In der vergangenen Woche ging es um die Frage, ob das Fernsehen den Prozeß um die Moschus-Enten übertragen sollte. Womöglich hätte man dann den Richter schminken müssen.

Ach, wie gern hätte ich die Enten im Fernsehen gesehen, in voller Aktion, und das heißt: rührend bemüht, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen und ein Gesetz zu stürzen, das zwar preußisch, aber dennoch ungerecht ist! Aber wenn ein Richter etwas durchblicken läßt – und dies noch auf dem Wege über den eigenen Anwalt –, wer würde seinen Wünschen gegenüber nicht weich?

Um Alexandras willen, um der Enten, um der Rechtsfindung willen, rief ich beim Fernsehen an. „Freunde“, sagte ich, „ich finde es rührend, daß ihr für die Moschus-Enten und das deutsche Publikum kämpfen wollt, aber tut mir einen Gefallen: Laßt es! Ihr habt doch Frankenfeld und Kulenkampff und die Politiker. Was braucht ihr noch Enten? Laßt es!“ Und sie, die Fernsehleute, ließen es.

Drittens rief Alexandra das Treppenhaus hinunter: „Komm doch mal rauf.“

Ich spielte gerade die ‚Waldstein-Sonate‘ und hörte auf Beethoven, nicht auf Alexandra. Da hob sie meine Hände von den Tasten, die auch längst einmal gesäubert werden sollten (die Tasten, nicht die Hände), und sagte: „Komm doch mal in mein Zimmer. Oben sitzt ein Gottesgeschenk.“

Ich folgte ihr, weil ich neugierig war. Nie hatte ich ein sitzendes Gottesgeschenk gesehen.

Es war ein alter Herr, der am Ausfluß des Bracks wohnte, an einem Graben, der schon etwas verschlammt ist. Dieser Herr ist vor Jahren, wenn ich ihn recht verstanden habe, einmal vom Fahrrad gefallen, und da ist ein Auto über ihn gefahren, aber vielleicht war es auch umgekehrt: Erst kam das Auto, dann der Sturz vom Fahrrad. Lange hat der Herr im Krankenhaus gelegen, und ich weiß nicht mehr, woran es liegt, daß er sich nicht aufregen darf: ob am Auto, am Fahrrad oder am Krankenhaus. Jedenfalls: er darf sich nicht mehr aufregen. Das wäre ihm sehr schädlich, wenn nicht tödlich.