DIE ZEIT

Schießkrieg oder Kompromiß?

Die Stimmungen und Erwartungen haben in den letzten Tagen ständig gewechselt. Einmal überwogen die kriegerischen Aufwallungen.

Mit der Krise leben lernen

Auf den ersten Blick: ein SPD-Parteitag wie gehabt. Nach einem publizistischen Vorspiel, das von der fast hoffnungslosen Zerstrittenheit der Partei gehandelt hatte und an dem auch Genossen reichlich beteiligt waren, eine Atmosphäre, die kontroverse Standpunkte zuweilen fast hinter der Demonstration des guten Willens und der Verständnisbereitschaft verschwinden ließ.

Wolfgang Ebert: Entwarnung

„Armer, Guter. Was haben Sie bloß mit Dir gemacht. Hätte ich Dich doch nie in die höchste Partei-Hierarchie aufsteigen lassen! Das haben wir nun davon.

Zeitspiegel

In der letzten Ausgabe der ZEIT hatten wir über den Fall eines Ausländerkindes berichtet, das aus dem kirchlichen „Rheingold“-Kindergarten in Mannheim gewiesen wurde, weil es an Epilepsie mit seltenen und kurz dauernden Anfällen von Bewußtlosigkeit leidet.

Fröhlich und stolz

Nun hat es ihn also doch erwischt, den Zauderer und Zögerer, der sich bis vor kurzem noch gegen den Schub nach oben sträubte.

Witterung der Braunen

In Lübeck wird ein Mord verhandelt: der erste von Rechtsextremisten verübte Fememord. Der Täter und seine vier Helfer gehörten einmal zur Hamburger „Aktionsfront Nationaler Soziale sten“, die vor vier Jahren zur Bürgerschaftswahl antreten wollte.

Bürgerschaftswahlen: Wandel liegt in der Luft

Mehr als nur eine Geste: Jetzt, da der Wahlkampf in Hamburg richtig losgeht, hat Walther Leisler Kiep, als Vorturner der CDU hoch oben auf dem Trapez, das Netz abnehmen lassen.

Last des Vorurteils

Gut drei Monate lang arbeiteten Meinungsforscher des Godesberger Instituts für angewandte Sozialwissenschaften (Infas) an der Auswertung einer Repräsentativumfrage, die sie im Dezember vergangenen Jahres über die Ansichten und Einstellungen der Bundesdeutschen zu Ausländerproblemen gemacht hatten.

Nicaragua: Beliebter Renegat

Im Juli 1981 hatte Pastora, früher Vize-Verteidigungsminister und Chef der Milizen, Managua verlassen, um „irgendwo“ für die Freiheit zu kämpfen.

Spanien: Vor einer neuen Terrorwelle?

Fünfmal hintereinander, in Barcelona, Pamplona und Bilbao, in der baskischen Kleinstadt Algorta und in Madrid, verübten Terror-Koirmandos der baskischen Etamilitar Anschläge: Ein Polizist wurde getötet, dreizehn Menschen verletzt.

Still ruht der See

Still ruht der See. Knapp zehn Minuten hat zum Beispiel am Wochenanfang die übliche Zusammenkunft der Bonner Pressekonferenz gedauert, mit stark gelichteten Reihen und nur über Randthemen, die dem stellvertretenden Regierungssprecher Lothar Rühl keine Mühe machten.

Türkei: Ecevit am Pranger

Der ehemalige Ministerpräsident Ecevit ist wegen „Verunglimpfung der Türkei im Ausland“ erneut angeklagt worden. Ihm drohen mindestens fünf Jahre Haft.

Honecker, juwelenbesetzt

Alt-Kommunisten und Alt-Preußen muß es das Herz umkehren: Der deutsche „Arbeiter- und Bauernstaat“ hält es im 33. Jahre seiner Existenz für angemessen, den Marschall-Titel einzuführen.

Oliver aus dem Glas

Eine Sensation ist Olivers Geburt freilich nicht, allenfalls ein sehr freudiges Ereignis für seine bislang kinderlosen Eltern aus dem mittelfränkischen Langensendelbach und für das Ärzteteam um Professor Siegfried Trotnow.

Der Angriff kam im Morgengrauen

Zwei Majore und 68 Mann: Gegen die Übermacht der Argentinier hatten die Falkland-Verteidiger keine Chance Der Angriff kam im Morgengrauen

Argentinien: Patriotismus statt Pesos

Begonnen hat die argentinische Invasion der Falkland-Inseln und Südgeorgiens mit drei folgenschweren Fehleinschätzungen, einem Streit innerhalb des Militärs und dem Schwächeanfall eines starken Mannes.

Hochseilakt ohne Netz

Auf mehr als vier Tage hatte Außenminister Haig seine zweite Verhandlungsrunde in Buenos Aires ausgedehnt. Nichts konnte ihn von seiner Vermittlungsaufgabe abbringen, weder die argentinische Junta, die verbissen an ihren Positionen hängt, noch der Chor seiner Kritiker, die ihm mangelnden Blick für die Prioritäten seines Amtes und unziemliche Übertreibung des ehrlichen Maklertums vorwerfen.

Malvinen! Malvinen!

Auch in Buenos Aires gibt es „Harrod’s“ – wie in London. In jedem seiner vielen Schaufenster legen hellblau-weißhellblau gestreifte Fahnen Zeugnis ab von der argentinischen Gesinnung der Geschäftsführung, und große Schilder beteuern der Kundschaft: „Harrod’s, das Argentinische Kaufhaus, steht zum Großen Nationalen Augenblick“.

Noch herrscht Einigkeit

Die Reaktionen der Briten auf die Falkland-Krise sind wechselhaft wie das hiesige Wetter. An der Londoner Börse schwanken die Aktienkurse um bis zu zehn Punkte in einer einzigen Stunde, je nachdem, ob gute oder schlechte Nachrichten eintreffen.

Wilhelm Busch und die Senioren: Die Villa bleibt leer

Die schon im Februar veröffentlichten Seminar-Programme mußten eingestampft werden, Ministerpräsidenten-Gattin Heidi-Adele Albrecht kann ihren Festvortrag „Humor – die Zierde des Alters“ bei anderer Gelegenheit halten.

FDP klagt gegen SPD: Der große Filz

Den „Filz“ in SPD-regierten Kommunen in Nordrhein-Westfalen hatte Kurt Biedenkopf, CDU-Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, als einer der ersten entdeckt.

Hamburg-Werbung: Es segelt die Alster

Im Zuge ihrer zuweilen etwas mißglückten, aber unbeirrt fortgesetzten Bemühungen, Hamburgs schöne Seiten hervorzukehren (Hamburg ist Himmel, Hamburg ist Kirschblüte, Hamburg ist Park, Hamburg ist Wald und Heide, Hamburg ist Raritäten.

ZDF-Lotto: Sieben Richtige

Nun hat auch das Zweite Deutsche Fernsehen endlich das große Los gezogen. Jahrzehntelang war es der ARD vorbehalten, Samstagabend vor dem „Wort zum Sonntag“ mit der Ziehung der Lottozahlen die Masse der gespannten Zuschauer zum Ein- und Umschalten zu gewinnen.

Ochsenpflug statt Traktor

Entwicklungshilfe, als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht, hat die eigenen Anstrengungen oft mehr gelähmt als gestärkt

Friede ohne Verheißung

An Torheiten herrschte in der letzten Woche vor dem Frieden kein Mangel im Lande des Heils und der Heiligen. Nur Tage vor dem entgültigen Rückzug der Israelis aus dem Sinai drohte blinde, bornierte Gewalt, drohte der Frieden zwischen Israel und Ägypten zur Farce zu werden.

Die letzten Tage von Jamit

An der Stelle, wo vor zwei Monaten noch Ziegen und Schafe grasten, steht jetzt eine große Halle, eine der vier neuen Grenzstationen zwischen Israel und Ägypten.

„Wir greifen nicht nach dem Mond“

Jassir Arafat: Was sich auf der Westbank abspielt, ist Teil unserer Tragödie. So wie seinerzeit der palästinensische Exodus, als 60 Prozent unseres Volkes von den Israelis vertrieben und ins Flüchtlingselend gestoßen wurden, ohne Heimat, ohne Staat, sogar ohne Personalausweis.

Hinweise

Peter von der Heydt: „Blick übers Meer. Anmerkungen zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen.“ Dieses Bändchen ist das Plädoyer eines Konservativen (von der Heydt ist seit 1976 CDU-Mitglied des Bundestages), der aus seiner Sympathie für Ronald Reagan keinen Hehl macht.

Wie das soziale Netz gewebt wurde

In wirtschaftlichen Krisenzeiten sind Verhärtungen des Sozialklimas nichts Ungewöhnliches. Mit erhobenem Zeigefinger werden Schuldige für die Misere gesucht und gefunden – nicht immer die Richtigen übrigens.

Die Angst vor dem Entzug

Die Parolen passen ins Bild: „Vorrat schaffen! Zigaretten noch zu alten Preisen“, heißt es auf großflächigen Verkaufsplakaten, die über den Tabakständen der Warenhäuser hängen.

Wie tot im Wasser

Die Messe in Hannover kann mit einer Meldung aufwarten, die in der deutschen Wirtschaft inzwischen Seltenheitswert hat – mit einer positiven Rekordzahl: Noch nie haben so viele Unternehmen auf so vielen Quadratmetern ihre technischen Leistungen zur Schau gestellt.

Ölindustrie: Fehltritt

Der Rat von Juristen ist zwar immer nützlich, ihn zu befolgen, kann aber manchmal schädlich sein. Rechtlich ist dann auch nichts dagegen einzuwenden, daß die Ölkonzerne eine Einladung des Bundeskartellamtes zu einer öffentlichen Anhörung über die Benzinpreise auf den Autobahnen abgelehnt haben; die politische Wirkung eines solchen gemeinsamen Boykotts aber ist verheerend.

Kreditwesengesetz: Topflösung

Allen Unkenrufen zum Trotz hat das Bundesfinanzministerium doch noch einen Diskussionsentwurf mit Korrekturen und Ergänzungen zum Kreditwesengesetz fertiggestellt.

Bonner Kulisse

Wenn genaue und vor allem aktuelle Zahleninformationen rar sind, dann gedeihen Gerüchte und vage Vermutungen besonders gut. So läßt sich denn wohl auch die hartnäckige Existenz der Behauptung verstehen, die Noch-nicht-Verabschiedung der Investitionszulage im Rahmen des Bonner Beschäftigungsprogramms erweise „sich zusehends als eine gut greifende Konjunkturbremse“ – zuletzt hat es der Spiegel so gesagt.

+ Weitere Artikel anzeigen