Christlich

In der letzten Ausgabe der ZEIT hatten wir über den Fall eines Ausländerkindes berichtet, das aus dem kirchlichen „Rheingold“-Kindergarten in Mannheim gewiesen wurde, weil es an Epilepsie mit seltenen und kurz dauernden Anfällen von Bewußtlosigkeit leidet. Das Landgericht Mannheim verurteilte die katholische Kirchengemeinde, das Mädchen wieder aufzunehmen, um „auch die anderen Kinder zu einem unbefangenen und natürlichen Umgang mit Behinderten zu befähigen.“ Die katholische Kirche hat inzwischen gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt.

Dolchstoß-Legende

Einsichten in die Hintergründe des fehlgeschlagenen amerikanischen Kommando-Unternehmens zur Befreiung der Geiseln in der iranischen US-Botschaft im April 1980 liefert das demnächst erscheinende Buch das damaligen Sicherheitsberaters von Präsident Carter, Zbigniew Brzezinski. Danach war Carters Entscheidung für ein militärisches Eingreifen durch die Äußerung des ägyptischen Präsidenten Sadat beeinflußt, der internationale Ruf der USA würde durch weiteres Stillhalten geschädigt. Zu den im Kreise der Entscheidungsträger diskutierten Möglichkeiten gehörten neben einem Ablenkungsmanöver – mit einem sowjetischen Schiff sollte ein Zusammenstoß inszeniert werden – vor allem Militäraktionen im größeren Rahmen, die erst im letzten Augenblick von Carter verworfen wurden. Obwohl die Achillesferse des Befreiungsplans, die zu geringe Zahl von Helikoptern, den Verantwortlichen bekannt war, fühlten sie sich zu einer kleinen, aber effizienten Operation in der Art der Israelis in Entebbe moralisch verpflichtet. Originalton Brzezinski; Als Carter die Nachricht vom Fehlschlag erfuhr, sah er aus, „als habe er einen Dolchstoß erhalten“.

Zorniger Nachruf

Zorn und Trauer sprechen aus einem Nachruf, den Freunde und Kollegen Peter Brückner, dem verstorbenen Hannoveraner Psychologie-Professor widmeten. In der Tageszeitung stand ihre politische Interpretation des Todes zu lesen: „Nach jahrelangem Widerstand ist Peter Brückner der Niedertracht seiner Gegner physisch erlegen. Zornig betrauern wir ein weiteres Opfer der deutschen Verhältnisse, den Genossen aus fast zwei Jahrzehnten gemeinsamer Arbeit für eine sozialistische, menschenwürdige Gesellschaft. Johannes Agnoli, Ekkehart Krippendorff, Klaus Meschkat, Oskar Negt, Wolfgang Nitsch.“ Peter Brückner war vorige Woche an einem langjährigen Herzleiden gestorben.

Querschüsse in Albanien