In El Salvador hat die Rechte die Initiative an sich gerissen. Obwohl die amerikanische Regierung diese Entwicklung verhindern wollte, wird sie die neue Regierung unterstützen.

Den Verdacht, an der Ermordung des liberalen Erzbischofs Romero beteiligt zu sein, konnte er nie ganz ausräumen, und von dem ehemaligen amerikanischen Botschafter Robert White wurde er als „pathologischer Killer“ bezeichnet. Nun ist Roberto d’ Aubuisson, Ex-Geheimdienstler und Vorsitzender der rechtsgerichteten Arena-Partei, in El Salvador zum Präsidenten der Verfassunggebenden Versammlung gewählt worden. Er kündigte sofort an, er werde die linken Guerilleros binnen kurzem „ausradieren“ lassen.

Die Christdemokraten des noch amtierenden Staatspräsidenten Napoleon Duarte hatten auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten verzichtet, weil die vereinigte Rechte ihren Vorschlag, bei der Wahl eine Zweidrittelmehrheit vorzuschreiben, abgelehnt hatte. Die Partei Duartes war aus den Wahlen, am 28. März mit 24 Mandaten als stärkste Partei hervorgegangen, hatte jedoch die absolute Mehrheit verfehlt.

Die Verfassunggebende Versammlung (60 Sitze) soll noch in dieser Woche einen neuen Staatspräsidenten bestimmen und damit Klarheit über den künftigen politischen Kurs schaffen.

Die größten Chancen für das Amt des Staatspräsidenten hat der von den Militärs vorgeschlagene Kompromißkandidat Alvaro Magana. Der Christdemokrat Duarte wird von den rechten Koalitionsparteien als „zu links“ abgelehnt, und d’Aubuisson hat unter dem Druck der Vereinigten Staaten auf eine Kandidatur verzichtet.

Der 57jährige Magaña, ein Bankpräsident, gilt als politisch unabhängig und genießt auch das Vertrauen der Christdemokraten, die er lange beraten hat. Während die „Nationale Versöhnungspartei“ (PCN) seiner Kandidatur zustimmt, kritisiert die Arena d’Aubuissons, daß der gemäßigte Teil der Militärführung im Verein mit Amerika der gewählten Volksversammlung einen Kandidaten aufdrängen wolle.

In einem Interview versprach Magaña die zerstrittenen Parteien zu versöhnen und eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Als nach den Wahlen vom März der Streit um die Regierungsbildung offen ausgebrochen war, stellten die Vereinigten Staaten für die Gewährung weiterer Wirtschafts- und Militärhilfe drei Bedingungen: