ZEIT: Welche Folgen hat die jetzige Krise für die Zukunft dieses Regimes?

Sábato: Der gegenwärtige Zustand wird auf keinen Fall bestehen bleiben.

ZEIT: In Europa sind heute viele entsetzt über Argentinien. Tun sie dem Land unrecht?

Sábato: Ja. In Europa herrschen Verwirrung und ein tiefes Mißverständnis. Es kommt daher, daß zwei Dinge miteinander verwechselt werden – unsere Militärdiktatur und das Malvinenproblem. Dies ist ein Problem nicht der Junta, sondern der ganzen Nation, und es besteht schon seit 150 Jahren. Zwar hat die Militärregierung die Besetzung veranlaßt, aber das ganze Volk ist einverstanden. Als am 10. April auf der Plaza de Mayo Hunderttausende gegen Großbritannien demonstrierten, wurden auch Pfiffe und Rufe gegen die Regierung laut. Es war eine Demonstration gleichzeitig für die Malvinen und gegen die Regierung.

ZEIT: Sie selber unterstützen also plötzlich die Junta?

Sábato: Ich bin ein bekannter und erklärter Feind der Regierung. Seit die Militärs 1976 an die Macht kamen, habe ich immer wieder gegen sie protestiert – gegen Menschenrechtsverletzungen, gegen Verfassungsverstöße, gegen Zensur, gegen jede Art von Terror, gegen die Praxis, unerwünschte Menschen verschwinden zu lassen, gegen alle diese Greuel, die in den letzten beiden Jahren allerdings nachgelassen haben. Trotzdem habe ich mich jetzt energisch für die Wiedereingliederung der Malvinen ausgesprochen.

ZEIT: Argentinien hat sich bisher Europa näher als Lateinamerika gefühlt. Ist es damit nun zu Ende?