Sie sind diskret ins Waffengeschäft eingestiegen, sie bedienen jeden Käufer und machen kein Aufsehen dabei: die Israelis, die innerhalb von zehn Jahren zum siebtgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen sind. Der umstrittene Händel ist nur schwer zu verfolgen und nachzuweisen; die Regierung – rund die Hälfte des Exports wird von Staatsfirmen abgewickelt, die andere Hälfte unter der Aufsicht des Verteidigungsministeriums – legt die Zahlen nicht offen. Das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek machte eine eigene Bilanz auf. 1981 habe Israel für rund 1,3 Milliarden Dollar Rüstungsgüter an 35 Länder geliefert: Uzi-Maschinenpistolen, Galilel-Sturmgewehre, Arava-Lufttransporter, Luft-Luftraketen vom Typ Shafrir und den Kfir-Jäger, der nach der französischen Mirage III gebaut wurde. Bei der Auswahl ihrer Kunden sind die Israeli alles andere als wählerisch:

  • Kurz nach Ausbruch der Falkland-Krise soll Argentinien – das behauptet die Neue Zürcher Zeitung – 30 Mirage-Flugzeuge angefordert haben.
  • Iran orderte 1980 Waffen und erhielt sie – das Geschäft lief an, als das Chomeini-Regime Washington mit seinen amerikanischen Geiseln erpreßte. • Mit Südafrika und Chile kam der Deal zustande, obwohl der Westen ein Embargo gegen beide Länder verhängt hatte.
  • Diktatoren in Mittelamerika rüsteten und rüsten mit Waffen aus Israel gegen innere und äußere Feinde: das Nicaragua Somozas,

Guatemala und die Militär-Junta von El Salvador, die sich zusätzlich von israelischen Beratern in der Anti-Guerilla Nachhilfeunterricht erteilen läßt.

  • Taiwan und Äthiopien holten sich Material, das ihnen anderswo verweigert wird. Israel braucht diesen Exportmarkt dringend für seine desolate Wirtschaft. Und schließlich, so meinte Mordechai

Zippore, ehemals stellvertretender Verteidigungsminister, steckten alle Länder tief in diesem finsteren Geschäft, selbst wenn sie das weit von sich wiesen: „Überall, in jedem Land, egal ob Diktatur oder nicht, fand ein brutaler Wettbewerb um das Geschäft statt, und Amerikaner wie Europäer waren immer dabei. Wir wären schon gut dran, wenn wir nur fünf Prozent von deren Umsatz hätten.“ G. S.