Der Hendl-König kämpft mit den Banken

Von Hermann Bößenecker

Günther Steinberg, Schwiegersohn des mit seinem „Wienerwald“ in eine existenzbedrohende Finanzklemme geschlitterten Konzernchefs Friedrich Jahn, gibt die Devise aus: „Zurück zu den Anfängen“, zurück zur Solidität der Gründerjahre.

Fieberhaft wird in der deutschen Firmenzentrale in der Elsenheimer Straße in München an einem Rettungsplan gearbeitet, das die mit rund 260 Millionen Mark engagierten Banken vor einem Monat vom Hendl-König verlangt haben. Im Mai entscheidet sich das Schicksal des Wienerwalds. Bis dahin erwarten die Banken zumindest eine mit vorläufigen Zahlen untermauerte „Grobskizze“ der dringend gebotenen Reorganisation des Unternehmens, vor allem seines deutschen Kerns.

Jahn und die Banken, so scheint es, sitzen in einem Boot: Sie wollen ihm helfen, sein Lebenswerk zu bewahren und den Schuldenberg abzutragen – und dabei ihr Geld retten. Viel weiter geht die Gemeinsamkeit allerdings nicht. Denn über den Weg, der zur Sanierung des schwer angeschlagenen Gastronomiekonzerns mit rund zwanzigtausend Mitarbeitern und zuletzt 2,2 Milliarden Mark Umsatz führen soll, gibt es offenbar erhebliche Differenzen zwischen den Banken und ihrem Großschuldner.

Der eigensinnige Unternehmer Jahn, heute 58 Jahre alt, will eines immer noch nicht wahrhaben: Sein ungezügelter Expansionsdrang der letzten vier Jahre hat das früher kerngesunde Imperium in eine schier ausweglose Situation gebracht. Dennoch will er unter allen Umständen Herr im Hause bleiben und das Regime auf keinen Fall mit seinen Banken teilen, gegen deren Kontrollbestrebungen er sich heftig zur Wehr setzt.