Auf einen harten Kern von nur noch fünf Mitgliedern reduziert sich am 30. April die Geschäftsführung der Frankfurter Hertie GmbH, des drittgrößten deutschen Warenhauskonzerns, wenn Leo Coeppicus zum Luxemburger Handelsunternehmen Monopol Grands Magazins wechselt. Das Coeppicus-Ressort – Unternehmensplanung, Bau, Technik und Einrichtung – wird auf die verbleibende Geschäftsführung verteilt.

Der vor Jahresfrist als ressortloser Vorsitzender inthronisierte Bruno Lippmann reservierte für sich den Bereich Unternehmensplanung; Personalchef Hans-Ludwig Grüschow, der bislang auch für Organisation zuständig war, erweiterte sein Ressort um die Bereiche Bau, Technik und Einrichtung.

Grüschow, dessen Vertrag soeben um fünf Jahre verlängert wurde, hatte vor zwei Jahren mit dem „Unternehmenskonzept 80“ die entscheidende Vorarbeit geleistet, um den Hertie-Konzern, zu dem auch die Bilka-Kette sowie die Wertheim-Häuser gehören, aus den roten Zahlen zu führen. Durch rigoroses Durchforsten sollen bis Mitte 1983 rund 75 bis 80 Millionen Mark der insgesamt 500 Millionen Gemeinkosten gestrichen werden. Vier der damals 115 Häuser wurden geschlossen.

Den zweiten Teil der Sanierung, die Strukturverbesserung der verbleibenden Häuser, kann Grüschow nun auch in eigener Ressortverantwortlichkeit fortsetzen. Grüschow, den sein neues Ressort „reizt“, sieht für Hertie und – versteht sich – auch für sich die „Chance, das Warenhaus von morgen zu entwickeln“. Herde hatte damit freilich auch viel später begonnen als die Konkurrenz.

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Freimütige Kritik an der Neuorganisation der Datenverarbeitung bei der Siemens AG übt die angesehene Computerberatungsfirma Diebold Deutschland GmbH in ihrem Management-Report.

Bei der Namensgebung seines neuen Geschäftsbereichs „mittlere Datentechnik“, in dem die früheren Bereiche Basis-Datensysteme und Prozeßrechnersysteme zusammengefaßt wurden, habe der deutsche Elektrokonzern „keine glückliche Hand“ gezeigt.