Keiner weiß mehr, wie’s geschah. Oder gar, was es war. Sicher allein ist, „es“ war geeignet und demzufolge auch dazu angelegt, das Erscheinen der ZEIT in der vergangenen Woche zu verhindern. Sagen wir’s einfach: Die Setzerei von Gruner + Jahr, die die ZEIT doch sonst so gern herstellt, hat am vergangenen Mittwochmorgen gestreikt. Der Einsatz einiger Kollegen hat verhindert, daß dies den befürchteten oder erhofften Ausgang nahm.

Daß es kein Streik war, obwohl es ein Streik war, liegt daran, daß es kein Streik sein konnte. Denn die Tarifparteien des Druckgewerbes, die sich unterdessen mit Hilfe eines Schlichters gütlich geeinigt haben, mußten nach ihren selbstgewählten Regeln noch Frieden halten.

So ist es auch – obwohl ein Wunder – kein Wunder, daß die sonst sehr positionsfreudige Betriebsratsvorsitzende von Gruner + Jahr zu alledem „keine Position“ hat und diese auch „nicht äußern“ will, daß der Hamburger Bezirksvorsitzende der IG Druck „nicht dazu aufgerufen und aufgefordert“ hat, wozu auch immer. Ein Wunder ist allein, daß das, was nicht geschah, so gut organisiert und so genau gezielt war. rf