Ist das alles nur zum Lachen oder auch ein bißchen beschämend? Da hatten sich im Jahr 1980 zwölf Künstler an einem Wettbewerb für ein „politisches Denkmal“ zur Würdigung des Lebenswerkes von Konrad Adenauer beteiligt. Den Zuschlag erhielt Hubertus von Pilgrim, ein ehrenwerter Akademieprofessor aus München, der einen mächtigen, symbolbeladenen Porträtkopf entworfen hatte. Als das Werk in seiner zwei Meter Bronzehöhe fertig war, gefiel es dem Kuratorium der Adenauer-Stiftung, die gemeinsam mit dem Innenministerium den Auftrag vergeben hatte, allerdings überhaupt nicht mehr. Am Adenauerhaus in Rhöndorf sollte es nicht aufgestellt werden. Wohin also mit dem 250 000-Mark-Kopf? Die Stadt Bonn möchte ihn auf einem Bürgersteig zwischen Bundeskanzleramt und Palais Schaumburg plazieren. Sich dieses Unkunstwerk als Stolperstein auf seine Amtswege stellen zu lassen, hat Helmut Schmidt aber wenig Lust. Deshalb wird es bis zu feiner endgültigen Entscheidung erst einmal im Depot des Bundesgrenzschutzes abgestellt.

Denkmalsaufträge zu vergeben in einer Zeit, wo kein Verrochio mehr einen Colleoni und kein Schlüter mehr einen Großen Kurfürsten aufs hohe Roß heben kann und mag, zeugt von einem Mangel an kulturhistorischem und politischem Fingerspitzengefühl. Wer es dennoch macht, darf sich nachher genieren und die Fehlinvestition irgendwo in aller Stille aufstellen. Die Farce, die sich jetzt abspielt, haben aber weder der erste Bundeskanzler noch ein Wettbewerbssieger verdient. P. K.