Am Sonntag haben die Engländer Südgeorgien, vor fast einem Monat von den Argentiniern besetzt, in einem Überraschungsschlag zurückerobert: Der Aufmarsch der britischen Flotte hat wenigstens einen kleinen Erfolg gezeitigt. Eine von London verhängte Nachrichtensperre gibt zu Spekulationen Anlaß, daß nun die Falkland-Inseln an der Reihe sind – militärisch ein schwieriges, politisch ein heikleres Gebiet.

Am Montag hat Buenos Aires vor der „Organisation Amerikanischer Staaten“ (OAS) wohl politische Solidarität, aber keine militärische Unterstützung verlangt, wohl wissend, daß auch Lateinamerika immer noch auf eine friedliche Lösung hofft. In der sich nun seit vier Wochen hinziehenden Krise hat England einen halben Sieg errungen und Argentinien eine halbe Niederlage erlitten – für die eine Seite sollte die Genugtuung und für die andere die Einsicht reichen, daß nun ernsthaft verhandelt werden muß, mit der Bereitschaft zum Kompromiß.

Allein werden es die Streithähne nicht schaffen, sich an den Konferenztisch zu setzen. Sie brauchen jetzt Hilfe – von Washington, von den Vereinten Nationen, von der OAS, am besten von allen dreien gemeinsam. Die Frage, weiche Fahne bis wann über den Inseln weht, kann nicht noch mehr Tote und Verwundete wert sein.

H. B.