Bekommt der europäische Airbus nun doch einen kleinen Bruder mit 150 Sitzen? Vor einem Jahr knallten in Paris die Champagner-Korken, als die französische Fluggesellschaft Air France einen Vorvertrag über den Kauf der geplanten A 320 unterzeichnete. Doch der Techniker Reinhard Abraham vom Lufthansa-Vorstand goß den Airbus-Managern Wasser in den Champagner: Die Deutschen seien an dem Flugzeug nicht interessiert, weil es noch nicht ausgereift sei.

Der Hintergrund war klar. Die Lufthansa suchte (und sucht noch) einen Nachfolger für die veraltete Boeing 707 und favorisierte deshalb eine Langstreckenversion des Airbus.

Zwölf Monate später klingt das nun anders. Mit Nachdruck setzte sich Abraham jetzt für die A 320 ein: „Die Entwicklung ... sollte vorangetrieben werden, bis die Marktreife für dieses Muster tatsächlich hergestellt ist.“ Die Europäer müßten ein attraktives Produkt anbieten, das der heutigen Boeing 727 wirtschaftlich deutlich überlegen ist, um die Nachfolge dieses Bestsellers der amerikanischen Flugzeugbauer anzutreten. Die Erklärung ist ein unverhoffter Aufwind für Europas Flugzeugindustrie. ls