Der Vierte in der Weltrangliste waffenexportierender Staaten – Großbritannien – wurde mit Hilfe von Waffen des Ranglisten-Dritten – Frankreich – vor den Falkland-Inseln eines seiner modernsten Kampfschiffe beraubt. Sowohl das Flugzeug, das die Rakete auf die „Sheffield“ abschoß, als auch das Geschoß selbst stammten aus französischer Produktion.

So deutlich war den verbündeten europäischen Mittelmächten der Irrsinn ihrer Waffenexport-Politik noch nicht vor Augen geführt worden. Bislang hatten sie geglaubt, unter dem Geschäft mit dem Tod würden nur ihre Abnehmer, nicht aber sie selbst zu leiden haben. Das scheint auch das Kalkül der Bundesregierung gewesen zu sein, als sie der Rüstungslobby nachgab und nahezu gleichzeitig mit dem Eintreffen der Meldungen über die „Sheffield“-Katastrophe neue Richtlinien für den Waffenexport erließ: Die Gummiklauseln machen es der westdeutschen Industrie möglich, demnächst mit den britischen und französischen Waffenexporteuren gleichzuziehen. Sch.